Samstag, 25. September 2010

Karfiol all'italiana

karfiolsalatDie Zeit verrinnt. Neuerdings noch flotter als sonst. Kaum beginnt ein Monat, ist er auch schon wieder zu Ende. Kinder sind einfach ein unglaublicher Beschleunigungsfaktor. Da wollen Prioritäten gesetzt werden. Auch kochtechnisch. Ja, wir kochen noch. Eigentlich nicht weniger als zuvor (im Gegenteil, sogar noch mehr: schließlich will jetzt noch ein Familienmitglied verköstigt werden). Allerdings haben wir nur noch ganz selten die Muße, das Fabrizierte auch fotogen in Szene zu setzen und für den Blog festzuhalten. Aber hin & wieder gelingt's doch. Wie bei diesem Blumenkohlsalat (auf gut Österreichisch heißt das Karfiolsalat). Einem der Lieblingsrezepte aus einer ganzen Serie von Karfiolgerichten, mit denen wir in den vergangenen Tagen experimentiert haben.

Rezept:
Zutaten:
1 mittelgroßer Karfiol
1 rote Paprika
100g schwarze Oliven ohne Kern
3 Sardellen
2 EL Weißweinessig
3 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Paprika im Backofen grillen bis die Haut schwarze Blasen wirft. In einen Tiefkühlbeutel geben und auskühlen lassen, dann fein säuberlich die Haut abziehen (das sollte nun problemlos gehen). In Streifen schneiden. Karfiol putzen, in mundgerechte Röschen teilen und in Salzwasser bissfest garen. Etwas von der Kochflüssigkeit, Weißweinessig, Olivenöl, Sardellen, Salz & Pfeffer zu einer schmackhaften Marinade verquirlen. Mit dem Karfiol, den Paprikastreifen und den klein geschnittenen Oliven vermischen und vor dem Servieren mindestens eine Stunde ziehen lassen.

Guten Appetit!

Sonntag, 15. August 2010

Liebe und... Grießschmarrn

griesschmarrnNach einem Tag, gefüllt mit der Produktion diverser Essig-Konserven für den nächsten Winter (hier in den Bergen herbstelt es bereits an manchen Tagen), braucht es süßen Ausgleich. Den gibt es heute in der Form von Kinderlieblingsessen: Griesschmarrn, nämlich. Mit Pfirsichkompott, eisgekühlt. Mmmmmhhh. Und kalorientechnisch durchaus etwas freundlicher zum Körper als Kaiserschmarrn (dem wir - wie bekannt sein dürfte - auch nicht gerade abgeneigt sind). Kommt der Grießschmarrn doch ganz ohne Eier aus. Auf Rosinen wollen wir freilich nicht verzichten. Wenngleich die zu den umstrittensten Zutaten diverser Schmarrn-Rezepte gehören. Gibt es doch fast ebensoviel überzeugte Anhänger-, wie GegnerInnen dieses "Fremdkörpers" in den unterschiedlichen Süßspeisen. Wir gehören zur ersten Gruppe. Und veredeln die Streitzutat auch noch mit einer ordentlichen Portion Rum. Und die Liebe? Ja, die kocht und isst im Hause genussmousse sowieso immer mit... ;-)

PS: Wir sind auf der Suche nach DEM Einlegerezept für Kürbisse. Hat da jemand aus der geschätzten LeserInnenschaft einen guten Tipp?

Rezept:
Zutaten:
1 l Milch
300g Weizengrieß, fein
1 Prise Salz
Schale einer halben, unbehandelten Zitrone
eine gehäufte handvoll Rosinen
4 EL Rum
etwas Butter
Staubzucker zum Bestreuen
Apfelmus/Preiselbeermarmelade/Pfirsichkompott als Beilage

Zubereitung:
Milch zum Kochen bringen. Grieß salzen und einrühren. Unter beständigem Rühren Rosinen, Rum & Zitronenschale zugeben. Von der Hitze nehmen, zudecken und 15 Minuten quellen lassen. Butter in einer beschichteten Pfanne schmelzen, mit einem Holzlöffel Stückerl aus dem gequollenen Grießbrei stechen, in die Pfanne geben und rundum goldgelb rösten. Vor dem Servieren dick mit Staubzucker bestreuen.

Guten Appetit!

Montag, 9. August 2010

Pfirsichkompott

pfirsichkompottIm Hause genussmousse wird auch weiterhin an der Rehabilitierung des Kompotts gearbeitet. Dafür scheuen wir weder Mühen (nur die reifsten Früchte dürfen rein), noch Kosten (eh klar, was nicht unreif & lagerfähig angeliefert werden kann, kostet). Und schlemmen uns dann durch immer neu produzierte Pötte voll mit köstlichem Kompott. Unser aktueller Dauerbrenner: Pfirsichkompott. Das kann wirklich was. Solo; ganz pur. Oder mit einem Klacks Vanilleeis. Eisgekühlt jedenfalls - für die lauwarmen Sachen sind wir derzeit nicht so zu haben...

Rezept:
Zutaten:
6 Pfirsiche, schön reif
9 EL Zucker
1/4 Vanilleschote (wir nehmen dafür eigentlich meistens ein Stückerl Vanilleschote, mit dem wir zuvor schon selbst Vanillezucker hergestellt haben - das reicht völlig aus, um eine leichte Geschmacksnote zu liefern, die nicht allzu dominant wird)
3 EL Vodka

Zubereitung:
Pfirsiche mit einem scharfen Messerchen einritzen, mit kochendem Wasser überbrühen, eiskalt abschrecken und schälen. Unterdessen Wasser (so viel davon, dass die Pfirsiche davon knapp bedeckt sein werden), Zucker, Vodka und Vanilleschote aufkochen lassen. Pfirsiche in Spalten schneiden, in den Zuckersud geben, kurz köcheln lassen und sofort von der Hitze nehmen. Auskühlen lassen und vor dem Servieren noch ausreichend lang im Kühlschrank bunkern, sodass das Kompott richtig erfrischend kühl wird.

Guten Appetit!

Donnerstag, 5. August 2010

Der Schwägerin köstlicher Gurken-Melonensalat - im Abgang scharf!

gurkenmelonensalatKürzlich war es wieder so weit: Wir haben unseren alten Fiat vollgestopft (Unglaublich, was mensch mit Baby alles braucht. Da ist auf einmal nix mehr mit "Reisen mit leichtem Gepäck". Wir waren aufgeladen wie für eine Weltreise!) und sind gen Westen gegondelt. Familienbesuch am Bodensee stand auf dem Programm. Herrlich war's! Der Junior hat die Gesellschaft von Oma & Opa, Tantchen, Onkel und den Cousins so richtig genossen (wir sowieso - das versteht sich von selbst!). An einem der lauen Sommerabende lud die Tante/Schwägerin/Schwester zum Grillen. Die ganze Familie war versammelt unter dem großen Birnbaum im Garten vor dem Haus. Und tafelte köstlichst! Unter anderem war da ein sommerlicher, erfrischender & im Abgang - euphemistisch gesagt - pikanter Gurken-Melonensalat dabei, der das Prädikat "besonders wertvoll" verdient hat. Soooowas von gut. Deshalb sind wir der Meinung, dass das Rezept dazu, in leicht abgewandelter Form, der geschätzten Blog-LeserInnenschaft einfach zur Kenntnis gebracht werden MUSS. Zudem handelt es sich um unseren Beitrag zum Blogevent zum Thema Melone.

Rezept:
Zutaten:
1 Honigmelone
2 mittelgroße Gurken
1 bis 2 r0te Chilischoten (je nach gewünschter Schärfe)
100g Erdnüsse, ungeschält
1 EL Honig
2 EL Rapsöl
2 EL Weißweinessig
Salz

Zubereitung:
Erdnüsse schälen und klein hacken. Melone & Gurke schälen, entkernen und in mundgerechte Stückchen schneiden. Chilies waschen, entkernen und in feine Ringe schnippeln. Aus Honig, Essig & Öl eine Marinade rühren. Mit allen Zutaten in eine große Schüssel geben, gut durchmischen, mit Salz abschmecken und mindestens zwei Stunden bis zum Verzehr im Kühlschrank ziehen lassen. Dazu passt frisches Weißbrot.

Guten Appetit!

Blog-Event LIX - Melone (Einsendeschluss 15. August)

Samstag, 10. Juli 2010

Das ultimative Hundstagegetränk: Hollersekt

hollersektBei der Hitze gibt's kaum Erfrischenderes als noch nicht allzu lang gelagerten Holundersekt. Selbst angesetzt, natürlich. Mit Holunderblüten vom Geheimplatzerl auf einer Waldlichtung eine knappe Stunde den Berg hinauf. Sorgfältig in der Flasche vergoren. Und im Kühlschrank auf angenehm kalte Trinktemperatur gebracht. Da lassen wir jeden Holundersirup dafür stehen (und den mögen wir - wie alles mit den feinen weißen Blüten - auch schon ziemlich gern). Wir sind freilich nicht die ersten, die die Qualitäten dieses Getränks zu schätzen wissen: Einst lagerte im Keller des Kindheitshauses von frau genussmousse Flasche um Flasche voll mit dem kostbaren Sommerelixier. Und da der Urgroßvater auch einen etwas höheren Alkoholgehalt zu schätzen wusste, warteten die Flaschen oft bis Weihnachten, bevor sie mit einem gekonntem "Plopp" geöffnet wurden. Das war freilich nicht das einzige, für den Hollersekt typische Geräusch. Immer wieder zerriss, wie in der Familie gerne erzählt wurde, ein ohrenbetäubender Knall die oft friedliche Stille. Das darauf folgende traurige Geklirr machte klar, was geschehen war: Damals wurde der Sekt nämlich in Glasflaschen hergestellt. Die eine oder andere davon hielt dem Gärprozess einfach nicht stand und explodierte. Woraufhin der arme Urgroßvater leise trauernd die Scherben des Sektunglücks beseitigte. Deshalb merke: Wer heute Hollersekt produziert, benutzt Plastikflaschen. Etwaige Kollateralschäden lassen sich dadurch drastisch reduzieren!

Rezept:
Zutaten:
5l Leitungswasser
500g Zucker
15 große Holunderblüten
Saft einer Zitrone
Schale einer Zitrone
eine weitere Zitrone in Scheiben
1,5 EL Zitronensäure

Zubereitung:
Die Holunderblüten mit allen anderen Zutaten in einem großen Topf ansetzen. Mindestens zwei Tage lang an einem warmen Ort stehen lassen. Umrühren und durch ein mit Küchengaze ausgelegtes Sieb in Plastik(!)-Flaschen füllen. Zwei bis drei Wochen an einem dunklen Ort gären lassen (der Sekt ist trinkbar, wenn sich die Flaschen leicht blähen). Mindestens drei Stunden vor dem Genießen in den Kühlschrank stellen.

Wohl bekomm's!

Mittwoch, 7. Juli 2010

Mandel-Mohn-Torte

mandelmohnUnd weiter geht's mit neuen Backberichten aus der genussmousse-Küche: Langsam ebbt der Besucherstrom zwar ein wenig ab (wir haben zwar noch lange nicht alle durch, aber uns geht langsam die Puste aus), der Backofen glüht jedoch weiter vor sich hin. Woran das liegt? Ganz einfach. Wir sind auf den Geschmack gekommen. Herr genussmousse war ja sowieso immer schon für Süßes zu begeistern. Frau genussmousse konnte dem Süßzeuguniversum ehedem nicht ganz soviel abgewinnen. Schwangerschaft, Stillen, die Gewöhnung oder was immer sind jetzt jedenfalls dafür verantwortlich, dass nun auch die Frau des Hauses gar nicht genug kriegen kann, wenn's um Schokolade, Zuckerhaltiges und Konsorten geht. Und so wird hier jetzt auch dann gebacken, wenn niemand vor der Türe steht.

Rezept:
Zutaten:
180g gemahlener Mohn
150g geriebene Mandeln
30g geriebene Haselnüsse
180g Zucker
180g Butter, zimmerwarm
6 Eier

Zubereitung:
Eier trennen. Butter mit ca. zwei Drittel des Zuckers schaumig rühren, nach und nach Eidotter unterheben. Eiweiß mit dem restlichen Zucker schaumig schlagen. Jeweils einen Löffel vom Eischnee, dem Mohn und den Nüssen unter die Buttermischung heben, bis alles aufgebraucht ist. In eine gut gebutterte Kuchenform füllen und bei 180°C rund 45 bis 50 Minuten backen. Dazu Schlagsahne, vermischt mit Preiselbeermarmelade.

Guten Appetit!

Freitag, 11. Juni 2010

Marillenkuchen vom Blech

marillenkuchen_kleinZum Kochen haben wir momentan echt keine Zeit. Gebacken wird im Hause genussmousse aber, was das Zeug hält. Schließlich will der nicht abebbende BesucherInnenstrom gefüttert werden. Es ist schon höchst erstaunlich, wer alles hier auftaucht. Und ebenso erstaunlich ist die veränderte Reaktion der Welt auf Menschen mit Kind. Der herr genussmousse etwa wird - ist er allein mit Kinderwagen oder Trage unterwegs - mit Vorliebe von etwas älteren Damen angelächelt, manches Mal sogar schamlos angebaggert (und das - muss frau genussmousse leicht beunruhigt feststellen - nicht nur von Damen ÄLTEREN Semesters). Und immer mehr Angehörige der weiblichen Hälfte der Welt lächeln neuerdings sogar frau genussmousse freundlich an. Solche, die sie früher bestenfalls ignoriert hätten. Als überaus zuvorkommend hat sich zudem die männliche Migrantenwelt erwiesen: Die Herren helfen beim Einsteigen in den Bus, bei sich in dämliche Richtungen öffenenden Türen oder unerwarteten Treppen, während der durchschnittliche Tiroler erst mal blöd schaut und dann hämlisch grinst. Aber wo waren wir? Ach ja, genau. Beim Backen. Also dieses Mal gab's für den Besuch - ganz der Jahreszeit entsprechend - Marillenkuchen (für die deutschsprachige LeserInnenschaft aus Nicht-Österreich: Marillen heißen hierzulande die Aprikosen). Vom Blech. Damit auch ausreichend davon da ist.

Rezept:
Zutaten:
500g Weizenmehl
250g Butter
250g Zucker
2 EL hausgemachter Vanillezucker (oder ein Packerl gekaufter Vanillezucker)
4 Eier
120 ml Milch
1 Packerl Backpulver
1 Prise Salz
1 kg Marillen

Zubereitung:
Marillen waschen, halbieren und entsteinen. Zimmerwarme Butter mit den Zuckern schaumig rühren, dann Eidotter dazugeben, weiterrühren. Mehl mit Salz und Backpulver vermischen und unter Rühren abwechselnd mit der Milch zur Butter-Mischung geben. Eiweiß schaumig schlagen und unterheben. Auf einem gebutterten und bemehlten Backblech verteilen. Die Marillenhälften mit der Schnittfläche nach oben eng aneinander leicht in den Teig drücken. Bei 170°C zwischen 40 und 45 Minuten backen (das hängt vom Bräunungsgrad und der individuellen Durchbackvorliebe ab). Auskühlen lassen, in Stücke schneiden und mit Staubzucker bestreuen.

Guten Appetit!

Mittwoch, 2. Juni 2010

Ausstellungsempfehlung: Disloziertes Essen oder von der Nahrung im Kunstkontext

BBB Johannes Deimling, BREAD or ALIVE, 2004
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© VBK, Wien 2010So zentral Lebensmittel für unser aller (Über-)Leben sind, so wenig beachtet waren sie über Jahrhunderte in der Welt der Kunst. Zu körperlich, zu stark mit dem Leib verbunden - das waren die Attribute, die man dem Essen zuschrieb. Daniel Spoerri brach diese Haltung auf, als er 1970 den Begriff der "Eat Art" prägte. Kunst aus und mit Vertilgbarem. Und nach wie vor arbeiten eine Reihe von KünstlerInnen mit Essbarem, befassen sich Nahrung, thematisieren den Ort der Küche. In der Innsbrucker Galerie im Taxispalais wird nun, in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Düsseldorf und dem Kunstmuseum Stuttgart, eine sehenswerte Ausstellung zu diesem Thema gezeigt. "Eating the Universe. Vom Essen in der Kunst" versammelt historische sowie aktuelle Arbeiten, Beiträge von Paul McCarthy, Joseph Beuys, Daniel Spoerri, Elke Krystufek, Thomas Feuerstein und vielen, vielen mehr. Die Schau läuft in Innsbruck noch bis 4. Juli 2010. Wer keine Gelegenheit für einen Ausflug hierher hat, kann sich noch von 18. September 2010 bis 9. Jänner 2011 im Kunstmuseum Stuttgart vom Gezeigten überzeugen lassen.

Nicht versäumen! Am 9. Juni 2010 (das ist schon am nächsten Mittwoch) gibt es ab 19.900 Uhr in der Galerie im Taxispalais einen Vortrag von Peter Kubelka, ehem. Professor für Film & Kochen an der Frankfurter Städelschule, mit dem Titel "Das Universum Essen". Die Ankündigung verspricht einen Vortrag mit "nichtverbalen Elementen". Wer Kubelka schon einmal live erleben durfte, freut sich darauf. Wir lassen uns das jedenfalls nicht entgehen. Komme, was wolle.

Bei obenstehendem Bild handelt es sich um die Arbeit "Bread or Alive" von BBB Johannes Deimling. Foto: VBK, Wien 2010

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