Samstag, 29. Mai 2010

Wir gratinieren...

spargelgratinWie die Zeit verfliegt... Das Frühjahr ist nahezu wieder vorbei. Jedenfalls, was seine kulinarische Seite angeht. Das saisonale Angebot stellt sich Schritt für Schritt auf den Sommer ein. So wird etwa der Rhabarber immer oxalsäurehaltiger und sollte bald schon nicht mehr verarbeitet werden. Aber auch der Spargel verschwindet schon aus dem Warenangebot. Ziemlich ärgerlich. Denn: Heuer sind wir zu rein gar nichts gekommen. Also haben wir nun doch noch zugeschlagen und eines unserer Dauerbrenner-Spargel-Rezepte zubereitet. Ein Gratin. Das ist praktisch, weil es sich gut vorbereiten lässt. Geht es ans Essen, muss nur noch das Backrohr angeworfen werden. Und eine halbe Stunde später dampft feines Essen am Tisch. Sehr zu empfehlen, wenn mensch vom 50 - nein, mittlerweile bereits 60 - cm großen Alleinherrscher auf Trab gehalten wird.

Rezept:
Zutaten:
500g grüner Spargel
250g Beinschinken
3 EL frisch geriebener Bergkäse
Mehl
Milch
Butter
1 Eidotter
Muskatnuss, Pfeffer, Salz

Zubereitung:
Die holzigen Enden großzügig vom Spargel abschneiden (Achtung: Grüner Spargel muss NICHT geschält werden. Auch wenn sich hartnäckig das Gerücht hält, dass das notwendig sei) und die grünen Stangen in reichlich Salzwasser blanchieren. Den Spargel in Beinschinkenscheiben einwickeln und in eine feuerfeste Ofenform schlichten. Butter in einem Töpfchen erhitzen, Mehl einstauben und mit kalter Milch aufgießen. Unter beständigem Rühren köcheln, bis die Sauce eindickt. Nun den Eidotter sowie die Gewürze (frisch geriebene Muskatnuss, Pfeffer & Salz) dazugeben. Nochmals gut rühren und dann von der Hitze nehmen. Diese Sauce wird auf die Schinken-Spargelröllchen geträufelt und mit Bergkäse bestreut. Im Backofen rund 20 bis 30 Minuten überbacken. Dazu passen gebutterte Frühkartoffeln.

Guten Appetit!

Montag, 3. Mai 2010

Kinderküche #1: Schoko-Muffins mit Smarties

schokomuffinssmartiesMit so einem Neugeborenen im Hause geht der Besuchertrubel los. JedeR kommt vorbei, will den neuen Erdenbewohner sehen und die frischgebackenen Eltern mit ihrer/seiner Anwesenheit beglücken. Bei vielen ist das auch tatsächlich ein Glück und macht Freude, bei anderen ein bisschen weniger. Wie auch immer das sein mag, eines zeichnet sich recht deutlich ab: Ziemlich viele unserer BesucherInnen haben selbst Kinder. Die sind natürlich mit von der Partie, wenn es heißt "Wir gehen Baby schauen". Der Blick auf das Baby ist freilich schnell erledigt und dann wollen die kleinen Racker unterhalten werden. Und Hunger kriegen sie auch. Um da was bieten zu können, haben wir uns kinderaffine Muffins ausgedacht. Mit viiiiel Schokolade innen drin wie oben drauf. Plus ein paar zuckerumhüllter Buntbonbons oben drauf.

Rezept:
Zutaten:
280g Mehl
2 Eier
120 ml Milch
3 geh. EL Kakaopulver (ungesüßt)
120g Schokolade (min. 70% Kakaoanteil)
150g Butter
120g Zucker
30g Vanillezucker (selbstgemacht)
2,5 TL Backpulver
Salz

100g Schoko-Couvertüre
Smarties

Zubereitung:
Die Eier mit den Zuckern schaumig rühren. Unterdessen Butter mit der Schokolade schmelzen und etwas auskühlen lassen. Zur Eier-Zucker-Mischung geben, gut durchrühren. Kakaopulver mit der Milch vermischen. Mehl mit Backpulver und Salz vermengen. Nun abwechselnd Mehl und Milch zur Eier-Zucker-Butter-Mischung geben; rühren. Den Teig in eine Muffinform füllen (das gibt 12 Stück) und bei 180°C 20 Minuten backen. Abkühlen lassen, Couvertüre schmelzen, draufträufeln und mit Smarties belegen.

Guten Appetit (den kleinen und nicht mehr ganz so kleinen BesucherInnen)!

Dienstag, 20. April 2010

Juhuuu!!!! Oder: Warum es auf genussmousse jetzt wohl mal ein wenig beschaulicher zugehen wird...

handEs gibt Ereignisse, geschätzte LeserInnenschaft, die wirken wie die Schubumkehr großer Flugzeuge: Mit einem Schlag ist alles umgedreht, umgekrempelt, anders. So ein Ereignis dürfen wir momentan erleben. Anfang April hat unser Sohn das Licht der Welt erblickt. Und krempelt unser Leben ganz schön um. Nicht nur, dass nächtens nun kaum noch geschlafen wird (der junge Herr kann ganz schön ungeduldig sein, wenn etwas nicht sofort nach seinem Kopf geht). Nein, auch tagsüber verschieben sich die Prioritäten: So heißt Essen für uns Altmitglieder der genussmousse-crew derzeit unspektakulär und nüchtern Nahrungsaufnahme. Ganz ohne jedes Chichi, ganz ohne Tamtam. Deshalb, liebe LeserInnenschaft, wird's hier in den kommenden Tagen wohl etwas ruhiger werden. Ruhiger, aber nicht völlig schweigsam. Weil - auch wenn Crewmitglied Nr. 3 zur Zeit den Tagesablauf bestimmt - lang halten wir's weder ohne ausgedehntes Kochen, noch ohne Blogosphäre aus. Und außerdem sind wir davon überzeugt, dass auch der Junior schon bald seine Leidenschaft für brauchbares Futter und dessen Zubereitung entdecken wird. Wär ja auch seltsam, wenn nicht, gell?

Mittwoch, 17. März 2010

Plädoyer für die Rehabilitierung des Kompotts!

birnenkompottEs haftet etwas Altmodisches, längst Überholtes an ihm, dem Kompott. Warum der alte Dauerbrenner heute nur noch selten zu Ehren kommt, ist uns freilich irgendwie unerklärlich. Natürlich: Seit der Erfindung von Kühlschränken und der ganzjährigen Verfügbarkeit von Flugobst ist das Konservieren heimischer Fruchtüberschüsse zur Erntezeit nicht mehr üblich. Dass damit ein Stück unserer Küchenkultur verloren zu gehen droht, kümmert kaum jemanden. Uns schon! Wir verlangen eine Rehabilitierung des Kompotts! Es möge, wie ehedem bei Großmuttern, wieder die Sonntagstafeln bereichern. Weil eigentlich sind die leckeren Fruchtzubereitungen ja mindestens ebenso mondän wie die heute geschätzten Chutneys oder Relishes. Schon ihr Name stammt aus der ehemals an Europas Höfen gepflegten Hochsprache Französisch, wo "une compote" einst den zuckerverwöhnten Adel erfreute. Und ganz abseits von der Weltläufigkeit des klassischen Kompotts: Schon allein bei der Erinnerung an Kellerregal neben Kellerregal voll köstlicher, sorgfältigst eingemachter Omi-Kompotte wird uns warm ums Herz. Die ganz große Vorratshaltung muss heute ja nicht mehr sein - aber so ein Kompott in memoriam alter Zeiten ist einfach köstlich. Und damit basta!

Rezept:
Zutaten:
4 Birnen
1 unbehandelte Zitrone
100g Zucker
1 Nelke
1 kleines Stückerl Zimtstange

Zubereitung:
Birnen schälen, Kerngehäuse entfernen und in mundgerechte Stücke schneiden. Mit dem Zucker und drei Scheiben von der unbehandelten Zitrone in einen Topf geben und mit kaltem Wasser bedecken. Auf leiser Flamme zum Köcheln bringen. Nur kurz köcheln (das Obst sollte nicht allzu weich werden), dann von der Hitze nehmen, Saft der halben Zitrone und während des Auskühlens die Nelke sowie das Stückerl von der Zimtstange dazugeben. Das Kompott soll vor dem Servieren mindestens einen Tag lang stehen - dabei gewinnt es an Geschmack. Dazu passt übrigens Vanilleeis und diese hausgemachten Cookies.

Guten Appetit!

Dienstag, 2. März 2010

Feines zu Mittag: Frühlingskräutertopfen auf Vollkornbrot

fruehlingsbrotFür die einen ist es Lunch. Die anderen sind hartnäckige Verfechter des heimischen Begriffs Mittagessen. Wie auch immer mensch die Zwischenmahlzeit zum Tageshöhepunkt nennen mag: Wir bevorzugen zu dieser Gelegenheit ebenso schnelle wie leichte und gesunde Kost. Vor allem im allenthalben deutlich anklopfenden (Vor-)Frühling. Schon schießen die ersten, noch jung glänzenden Bärlauchblätter aus dem Waldboden. Und auch sonst zeigt die Natur ihre kraftstrotzende Seite, wie wir gestern bei einem sonnigen Frühlingsspaziergang in der neuen Wohnungsumgebung festgestellt haben. Aber zurück zum köstlichen Imbiss von heute: Dunkles, körniges Vollkornbrot mit einem leichten Aufstrich aus Topfen (in D: Quark) und Joghurt. Und der Hauptakteur dabei: Feine Frühlingskräuter - Schnittlauch, Bärlauch, Dill - was gerade zu ergattern ist. Das kräftig wohlschmeckende Grünzeug bietet den ersten Frischekick & ist nach langen Wintermonaten höchst willkommen!

Bilder vom Frühling rundum gibt's übrigens hier!

Rezept:
Zutaten:
100g Topfen, 20% Fett (Quark)
5 EL Joghurt
Schnittlauch, Bärlauch, Dill
Salz, Pfeffer
frisches, körniges Vollkornbrot

Zubereitung:
Aus Topfen, Joghurt, kleingehackten Kräutern, Salz und Pfeffer eine sämige Creme rühren. Vollkornbrot in dünne Scheiben schneiden, Kräutertopfen darauf verteilen, mit restlichem Grünzeug bestreuen. Genießen!

Guten Appetit!

Mittwoch, 17. Februar 2010

Mohnstrudel - Juhuu, wir weihen die neuen Küche ein!

mohnstrudelZwischen unserem letzten Blogeintrag und diesem liegen einige Tage. Tage, die wir freilich nicht ungenutzt verstreichen haben lassen. Nein, nein! Wir waren ganz schön beschäftigt: Hinter uns liegt ein ordentliches Pensum an Arbeit. Wir sind nämlich übersiedelt. Haben Kisten gepackt, geschleppt und wieder ausgeräumt. Haben Behördengänge erledigt (seit wann, bitteschön, verlangt simples Umziehen eine derartige bürokratische action?). Haben uns mit Handwerkern beschäftigt. Und freuen uns jetzt, endlich angekommen zu sein.
kuecheIm neuen Domizil mit - Foodies, hört her - neuer Küche. Jaaaaawohl! Eine pipifeine Sache ist das (einen kleinen Eindruck liefert hoffentlich das Foto links). Klar, an die alltäglichen Abläufe müssen wir uns hier noch gewöhnen. Bis die Handgriffe sitzen und passen, bis sie automatisiert ablaufen, das wird noch ein wenig dauern. Das macht aber gar nichts, finden wir. Denn: Hin und wieder tut es gut, alte Routinen auszutauschen, sich in Neues einzufinden. Tabula rasa, sozusagen. Und dass so ein Umzug selbst kathartisch wirkt, ist eh klar, oder? Altes, Angesammeltes, eigentlich nicht Benötigtes wird neuen Bestimmungen zugeführt (die manchmal auch schlicht und ergreifend "Endlagerung im Müll" heißen). Befreiend. Wirklich. Wir mögen das. Ein Leben immer nur am selben Fleck? Das wär' ja fad. Für uns zumindest.
Inzwischen jedenfalls, LeserInnenschaft, trainieren wir wieder fleißig. Damit wir schon ganz bald auch im neuen Domizil ganz, ganz schnell und flüssig in der Küche hantieren können. Probeweise haben wir dieser Tage schon mal einen Mohnstrudel gebacken. Schließlich will die neue Küche ja auch geruchstechnisch in Besitz genommen werden. Und was wäre da geeigneter als zarter Kuchenduft?

Rezept:
Zutaten:
ergibt 2 Strudel
Für den Teig:
600g Weizenmehl
200 ml Milch
2 Dotter
100g Zucker
150g Butter
1/2 TL Salz
1 Würfel frische Hefe (42 g)

Für die Fülle:
200g geriebenen Graumohn
4 EL Milch
3 EL Zucker
2 EL Honig
30g Butter
1 gute handvoll Rosinen
1 Stamperl Stroh-Rum

Zum Bestreichen:
1 Ei

Zubereitung:
Rosinen im Rum einweichen. Dann den Teig vorbereiten: Hefe in die warme Milch bröseln, etwas vom Zucker und dem Mehl zugeben und an einem warmen Ort gut aufgehen lassen. Restlichen Zucker mit Dotter und Butter schaumig rühren. Mehl mit Salz vermengen und zur schaumigen Creme geben. Mit der Hefe-Milchmischung zu einem nicht mehr klebrigen Teig verkneten. An einem warmen Ort aufgehen lassen. Unterdessen die Fülle zubereiten: Milch mit Honig und Zucker aufkochen, geriebenen Mohn, Butter und Rosinen mit dem gesamten Rum zugeben, gut vermischen. Den Teig nach dem Gehenlassen in zwei gleich große Kugeln teilen. Auf einer bemehlten Fläche zu zwei gleichmäßigen Rechtecken auswalken, mit der Fülle bestreichen und schneckenförmig zum Strudel einrollen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen und nochmals rund 20 Minuten gehen lassen. Mit dem verquirleten Ei bestreichen und bei 180°C rund 40 Minuten backen.

Guten Appetit!

Samstag, 30. Januar 2010

Karottenmuffins

karottenmuffinsWenn in den späten 1980ern Kuchen gebacken wurde, brauchte es eine Ausrede. Schließlich war das Ergebnis der Backmühen in der Regel süß, zuckrig und mit allen möglichen "bösen" Zutaten vollgestopft. Das ökobewusste Gewissen, das natürlich auch in der Küche auf Gesundes setzte, wollte beruhigt werden. Und was konnte das besser, als ein saftiger Karottenkuchen? Am besten mit Vollkornmehl. Oft schmeckte das Ding dann aber auch so, wie es wirken sollte: GESUND. Bei den heutigen Muffins ging es uns darum unter Beweis zu stellen, dass Karottenkuchen nicht notwendigerweise nach der durchaus genussfeindlichen 80er-Jahre-Ideologie schmecken muss. Deshalb durfte da auch Zucker rein. Und "normales" Mehl. Und Butter. Fazit: Ja, so mögen wir karottige Kuchenvarianten. Und zum Ausgleich (fürs Gewissen) haben wir Karotten aus der Region benutzt.

Rezept:
Zutaten:
260g Weizenmehl
250g Karotten, fein gerieben
30g Haselnüsse
30g Mandeln
1 Ei
250g Joghurt
150g Rohrzucker
120g Butter
1 TL Backpulver
1/2 TL Natron
1 Prise Salz
Schale einer Zitrone

Staubzucker, Saft einer halben Zitrone für die Glasur

Zubereitung:
Nüsse in der Küchenmaschine fein reiben. Mit Mehl, Backpulver, Natron und dem Salz gut vermengen. Ei mit dem Zucker schaumig rühren, Joghurt dazugeben, ebenso die geschmolzene Butter. Anschließend Zitronenschale und die fein geriebenen Karotten unterheben. Nun auch die Mehlmischung zugeben, gut verrühren. Muffinblech mit Papierförmchen befüllen, Teig hineingeben und bei 180°C rund 30 Minuten backen. Aus dem Ofen nehmen, ein wenig auskühlen lassen. Nach circa fünf Minuten die Muffins auf ein Backgitter geben und mit der Glasur aus Staubzucker und Zitronensaft bepinseln.

Guten Appetit!

Freitag, 22. Januar 2010

Spinatlasagne, griechisch-italienisch fusioniert

spinatlasagneÜblicherweise präferieren wir gerade bei italienischen Rezepten eine puristische, möglichst originale Zubereitungsweise. Das wäre bei der Spinatlasagne gegeben, wenn das Gemüse mit frischer Ricotta kombiniert würde. Winters mögen wir aber auch in unserer Gemüsküche gerne den einen oder anderen intensiveren Geschmacksträger: Deshalb ersetzen wir derzeit die Ricotta durch würzigen Feta. Im Frühling dann, wenn die Geschmacksknospen zarte, frische, leichte Gerichte schätzen, wechseln wir wieder zur rein italienischen Variante. Garantiert (wenn auch diese Fusionssache hier durchaus zu empfehlen ist)!

Rezept:
Zutaten:
1 kg frischer Spinat oder 750g Tiefkühlspinat
250g Feta
1 große Zwiebel
1 kleine Zehe Knoblauch
Olivenöl
Butter
6 EL Weizenmehl
300 ml Milch
kaltes Wasser
Lasagneblätter
Mozzarella

Zubereitung:
Spinat gut waschen, blanchieren und abtropfen (Tiefkühlspinat im Vorfeld auftauen und gut ausdrücken). Zwiebel schälen und fein hacken, im Olivenöl glasig anschwitzen. In Miniwürferl geschnittenen Knoblauch, den Spinat sowie den würfelig geschnittenen Feta zugeben, gut rühren. Mit Muskatnuss, Salz & Pfeffer abschmecken. Etwas auskühlen lassen. Aus Butter, Mehl und Milch eine dickflüssige Besciamella herstellen (Butter schmelzen, Mehl darin kurz anbraten und mit kalter Milch sowie etwas Wasser aufgießen, unter beständigem Rühren aufkochen lassen). In eine gebutterte Form jeweils eine Schicht Pasta, darauf Besciamella und schließlich Spinatsauce geben. Mit Besciamella abschließen und mit dünn geschnittener Mozzarella belegen. Im Backrohr bei 180°C (160°C Umluft) rund 30 Minuten backen (bis der Käse Blasen wirft und eine bräunliche Kruste bekommt).

Guten Appetit!

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