backwerke

Sonntag, 18. Oktober 2009

Karamell-Apfelkuchen mit Streusel

apfelkuchenkaramellWer nach einem zügigen Spaziergang draußen in der kalten Herbstluft mit roten Wangen nach Hause zurück kehrt, freut sich über ein Tasse Tee, begleitet von einem duftenden Stück Kuchen, frisch aus dem Backofen. Und was eignet sich zu dieser Jahreszeit besser, als ein Apfelkuchen? Unsere Variante heute besteht aus einem Mürbteigboden, einer Kalorienbomben-Zwischenschicht aus selbstgemachter Karamellsauce, säuerlichen Äpfeln, Zimtstreuseln und Mandelblättchen. Dazu eine Kanne Darjeeling first flush und ein gutes Buch - gottvoll!

Rezept:
Zutaten:
Für den Teig:
230g Weizenmehl
150g Butter
40g Zucker
1 EL Vanillezucker
1 Ei
1 EL Vollmilch

Für die Karamellsauce:
5 EL Puderzucker
1 Schuss Sahne

Für obendrauf:
1 kg säuerliche Äpfel (wir haben die von uns heiß geliebte, alte Sorte Canada Renette benutzt)
2 EL Mandelblättchen
50g Weizenmehl
35g Zucker
40g Butter
1 TL Zimt, gemahlen

Zubereitung:
Wir starten mit der Karamellsauce: Puderzucker in einer Pfanne zerlaufen lassen, bis er Farbe annimmt (Achtung: nicht zu braun werden lassen, sonst wird der Zucker bitter). Mit der Sahne ablöschen und zu einer dickflüssigen Sauce rühren. Beiseite stellen und auskühlen lassen. Mehl auf eine saubere Arbeitsfläche sieben. Butter schnell damit verreiben, Zucker, Ei und die Vollmilch zugeben und möglichst flott einen homogenen Teig daraus kneten. In etwas Küchenfolie einwickeln und im Kühlschrank rund eine Stunde rasten lassen. Unterdessen Äpfel waschen, schälen, in dünne Schnitze schneiden und die Streusel zubereiten. Dafür das Mehl mit Zucker und Zimt vermischen und mit der Butter verreiben, bis kleine Streusel entstehen. Backrohr auf 180°C vorheizen, Teig auswalken und eine gefettete und bemehlte Quiche-Form damit auskleiden. Ränder etwas nach unten drücken. Karamellsauce darauf verteilen, Apfelschnitze möglichst eng einschlichten, mit den Streuseln und den Mandelblättchen bestreuen. Zunächst mit Alufolie bedeckt rund 25 Minuten backen, dann Folie entfernen und nochmals 25 bis 30 Minuten fertigbacken.

Guten Appetit!

Sonntag, 11. Oktober 2009

Wieder da mit Himbeer-Joghurt-Muffins

himbeerjoghurtmuffinSo, Dam- und Herrschaften. Wir sind wieder retour. Sporadisch zumindest und mit viiiiel Süßem. Das entspricht derzeit nämlich unserem Gusto. Motto: "Je süßer, desto lieb". Den Anfang machen praktische, überall hin mitnehmbare Himbeermuffins mit frischer Joghurt-Note. Die Himbeeren dafür stammen zwar nicht mehr direkt vom Strauch, aber auch ungesüßte Tiefkühlware ist durchaus annehmbar und von gar nicht so übler Qualität (Sie kennen ja die Argumentation: Tiefkühlware wird unmittelbar nach der Ernte eingefroren und verliert damit oft weniger an wertvollen Inhaltsstoffen als lang ewig gelagerte und weit transportierte "Frischware"). Wie dem auch sei: Himbeermuffins sind eine feine Sache. Eigentlich zu jeder Jahreszeit.

Rezept:
Zutaten:
100g Butter
180g Zucker
Mark einer Vanilleschote
2 Eier
300g Mehl
1 Prise Salz
2 TL Backpulver
150 ml Joghurt
300g Himbeeren, tiefgefroren

Zubereitung:
Butter zum Schmelzen bringen und weitgehend auskühlen lassen. Die Eier mit dem Zucker schaumig rühren, das frisch ausgekratzte Vanillemark, die Butter sowie das Joghurt zugeben und alles zu einer dicken Creme verquirlen. Mehl gut mit dem Backpulver und dem Salz vermischen und zur Eier-Creme geben. Durchrühren und nun rasch, aber vorsichtig (sonst färben sie alles) die Himbeeren (wirklich große Beeren auseinanderbrechen) unterheben. Papierförmchen in die Muffinform geben, die Böden mit Kristallzucker bestreuen (dadurch lassen sich die Muffins besser aus dem Papier lösen) und den Teig einfüllen. Wer mag, bestreut noch mit Hagelzucker. Bei 200°C rund 20 Minuten backen.

Guten Appetit!

Dienstag, 14. Juli 2009

Wahrlich ein Kollektivvergnügen: Bananenschnitten

bananenschnitteLeute und Leutinnen, dieses Rezept hat es in sich! Sie können mit einem Blech voll Bananenschnitten entweder: Eine Klasse Halbwüchsiger füttern (wie frau genussmoussens Mathematiklehrerin das stets zu Schulschluss tat). Oder: Eine ganze Bundesheerkompanie zufrieden stellen. Oder: Zwei Büroteams, die Herren-Wohngemeinschaft des Bruders, das befreundete Nachbarpärchen und die genussmousse-crew pappsatt machen. Nur eines, das sollten Sie nicht: Die Bananenschnitten ganz für sich allein einplanen. Erstens schaffen Sie das sowieso nicht und scheitern am Futtern. Und zweitens macht's auch nur halb so viel Spaß. Bananenschnitten sind ein ureigentliches Kollektivvergnügen. Solipsistisches Nagen an flauschigem Teig, süßem Belag und Schokoguss kommt einfach nicht gut. Aber: Probieren Sie's einfach selbst. Sie werden sehen, wir haben recht...

Rezept:
Zutaten:
Für den Teig:
600g Weizenmehl
250g Butter
5 Eier
1,5 Packerl Vanillezucker
1 Prise Salz
5 TL Backpulver
180 ml Milch
170g Zucker

Für den Belag:
Marillenmarmelade (in D: Aprikosenkonfitüre)
8 große Bananen
2 Packerl Vanillepuddingpulver
2cl Rum
1/2 l Milch
6 EL Zucker
40g Butter
300g Schokolade (70%)
30g Butter

Zubereitung:
Butter mit Zucker und Vanillezucker sowie den Eidottern schaumig rühren. Mehl mit Salz und Backpulver vermengen, gemeinsam mit der Milch zur Eidotter-Butter-Zuckermischung geben, gut durchrühren/-kneten. Eiklar zu Schnee schlagen und vorsichtig unterheben. Auf ein gebuttertes und bemehltes Backblech streichen und im vorgeheizten Backofen bei 200°C 25 bis 30 Minuten backen. Herausnehmen und auskühlen lassen. Unterdessen Vanillepuddingpulver wie auf der Packungsanleitung angegeben mit Zucker und etwas Milch anrühren. Restliche Milch aufkochen, Rum zugeben und Puddingpulvermischung einrühren. Unter leichtem Köcheln ca. eine Minute lang rühren, nun auch die 40g Butter dazugeben. Von der Hitze nehmen und auskühlen lassen, dabei immer wieder mal umrühren. Ausgekühlten Teigboden mit Marillenmarmelade bestreichen, Bananen in dicke Scheiben schneiden und möglichst dicht darauflegen. Ausgekühlte Puddingmasse gleichmäßig darauf verteilen. Schokolade über einem Wasserbad langsam schmelzen, Butter dazugeben und gut vermischen. Auf den Kuchen verteilen und glattstreichen. Im Kühlschrank über Nacht rasten lassen. Dann: Alle verfügbaren Kräfte zur gemeinsamen Bewältigung des süßen Vergnügens mobilisieren.

Guten Appetit!

Sonntag, 28. Juni 2009

Erdbeerjoghurtschnitten

erdbeerjoghurtschnitteDerzeit haben wir wieder mal eine "süße Phase", LeserInnenschaft. Herzhaftes wird im Hause genussmousse momentan nur allzugern durch Zuckerhaltiges ersetzt. Aber Sie können uns glauben - mit der Wirtschaftskrise hat das nichts zu tun. Auch wenn da allgemein lieber zu Ungesundem gegriffen wird, wie wir hier lesen konnten. Ganz erklärbar sind uns unsere zyklenartig wechselnden Vorlieben zwar nicht, Seelenstriptease macht sich in der Blogosphäre indes auch nicht so gut. Und deshalb wollen wir's einfach mal bei dem bloßen Faktum belassen, dass hier in den nächsten Tagen das eine oder andere Süßspeisenrezept vorgestellt wird. Sollte ja auch schon mal Schlimmeres vorgekommen sein, nicht?

Rezept:
Zutaten:
700g Gartenerdbeeren
500g Joghurt
180 ml Sahne
70g Staubzucker
6 Blatt Gelatine
2 Eier
60g Mehl
60g Zucker
1 Prise Backpulver
1 Prise Salz
Erdbeermarmelade

Zubereitung:
Am Vortag 500g der Erdbeeren waschen, von grünen Stilen sowie Blättchen befreien, pürieren und durch ein feines Sieb streichen, sodass die kleinen Samenkörner zurückbleiben. Püree mit dem Joghurt und dem Staubzucker gut verrühren. Gelatine in etwas Wasser einlegen, nach fünf Minuten ausdrücken und in einem kleinen Töpfchen bei mittlerer Hitze schmelzen. Zuerst einen Löffel, dann zwei, drei, vier, fünf und schließlich alles der Erdbeerjoghurtmasse unterrühren. Sahne schlagen und ebenso unterheben. Eine Terrinenform mit Frischhaltefolie auslegen (am besten geht das, indem mensch Wasser einfüllt und so etwaige Luftblasen und Falten aus der Folienabdeckung entfernt) und restliche Erdbeeren waschen, putzen und in kleine Stückchen schneiden. Erdbeermasse in die Terrinenform füllen und immer wieder Erdbeerstücke darauf/darin verteilen. Mit Folie abdecken und über Nacht im Kühlschrank erstarren lassen. Am nächsten Tag ist der Biskuitboden dran: Eier trennen, Dotter mit dem Zucker rühren bis die Masse hell wird. Mehl mit Backpulver vermischen und sieben, auch die Prise Salz zugeben. Eiweiß zu Schnee schlagen. Nun Eischnee und Mehl abwechselnd unter die Dotterzuckermischung heben. Auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech Teig in der Größe der Terrinenform auftragen, bei 180°C rund 10 Minuten backen. Herausnehmen, auskühlen lassen und nun genau auf die Terrinenformgröße zuschneiden. Eine Teigplatte auf einer Seite dünn mit Erdbeermarmelade bestreichen, die andere Teigplatte daraufklappen und diesen Teigboden nun nochmals auf einer Seite mit Marmelade bestreichen. Auf die mittlerweile gestockte Erdbeerjoghurtmasse kippen (das kann etwas Geschick und eventuell ein zweites Paar helfender Hände erfordern) und leicht andrücken. Auf eine Platte stürzen und im Kühlschrank 20 Minuten rasten lassen. Mit einem Messer schneiden, das zuvor jeweils in sehr heißes Wasser getaucht worden ist - so bleibt daran nichts kleben.

Guten Appetit!

Donnerstag, 11. Juni 2009

Cookie-Mania #4: Zitronen-Mohn-Kekse

zitronenmohnkekseUm etwas Abwechslung in die Vorratsdosen zu bringen, hat sich frau genussmousse heute morgen wieder ans Teigrühren gemacht. Dieses Mal auf dem Programm: Cookies, die sich einerseits als Begleitung zum genussmousse-Lieblingssommergetränk eignen. Und die andererseits auch eine wohlschmeckende Ergänzung zu diversen Joghurts, Fruchtsalaten und anderen, leichten Sommerdesserts darstellen. Ein weiterer Pluspunkt der heute fabrizierten Bäckerei (regelmäßige LeserInnen dürften's erraten): Die Zitronen-Note. Frau genussmousse hat sich an ihrer aktuellen Zitronensucht immer noch nicht abarbeiten (bzw. überfressen) können und wird daher wohl auch in nächster Zukunft weitere Zitronenrezepte ersinnen (wenn's jemanden stört, bitten wir um wohlgemeinte Hinweise, wie eine derartige Geschmacksvorliebe unproblematisch und flott entsorgt werden kann).

Tagesprogramm:
kopulierendekaeferUntertags sind wir - wie gewohnt an freien Tagen - auf den Bergen herumgekrebst. Heute wollte uns freilich das Wetter einen Strich durch die Rechnung machen. Morgens goss es in Strömen. Als wir uns schließlich in einer Regenpause trotzdem aufrafften und trotz aller Widrigkeiten am Ausgangspunkt einer Wanderung zum Nederjoch (am Eingang des Stubaitals) einfanden, zog es neuerlich zu. Bergauf schnürlte der Regen vom Himmel und sorgte für eine erste, solide Durchnässung.kaefer2Kurzerhand disponierten wir um und begnügten uns mit dem doch deutlich kürzeren Aufstieg zur Pfarrachalm. Dort, bei hausgemachtem Holundersaft auf der Terasse, streichelten uns zunächst noch die Strahlen der Sonne, bevor die Hölle losbrach. Dass im Himmel soviel Wasser gespeichert werden kann, ist eigentlich höchst unwahrscheinlich. Wohl deshalb prasselte es so richtig ordentlich herunter - ein Ende schien nicht in Sicht. Also: Trotz Regen bergab. Zwischen Sturzbächen, quer durch Morast und schlüpfrigen Lehm. So schnell, wie das Wetter losgebrochen war, war es dann jedoch auch wieder vorbei. Passenderweise dann, als wir ohnehin fast schon im Tal angekommen waren. Das Schauspiel, das sich uns dann bot, war allerdings nicht minder erstaunlich, als die kaum berechenbaren Wetterkapriolen: Innerhalb kürzester Zeit waren alle Pflanzen ringsum besiedelt von Käfern. Kopulierenden Käfern. Die armen Kerlchen haben's wohl mit der Eile bekommen. Motto: Wenn's so apokalyptisch wettert, kann der Untergang nicht mehr weit sein.

Rezept:
Zutaten:
180g Weizenmehl
150g Zucker
110g Butter
1 Ei
1 EL geriebene Zitronenschale
1,5 EL Mohnsamen
1/2 TL Backpulver
1 Prise Salz

Zubereitung:
Zimmerwarme Butter mit dem Zucker schaumig rühren, dann Ei und Zitronenschale einarbeiten. Mohnsamen im Mörser leicht zerdrücken. Mit Mehl, Backpulver und Salz gut vermengen und unter die Buttermischung rühren. Aus dem Teig möglichst kleine Kugerl formen, diese mit einigem Abstand voneinander auf mit Backpapier ausgelegte Bleche setzen und platt drücken. Bei 180°C rund zehn bis zwölf Minuten backen. Herausnehmen, kurz auf dem Bleck auskühlen lassen und dann zum weiteren Kühlen auf ein Backgitter legen. Luftdicht verschlossen sind diese erfrischend-zitronig schmeckenden Kekse gut haltbar.

Guten Appetit!

Montag, 8. Juni 2009

Cookie-Mania #3: DIE Begleitung zum Espresso - Amaretti fatto in casa

amarettiJe heißer es wird, umso mehr sinkt die Lust auf üppige Desserts. Wie praktisch, dass die Menschen in unserem südlichen Nachbarland die perfekte postprantiale Zufriedenmachkombination erfunden haben: Ein schwarzer Espresso, so dick, dass der Löffel drin stecken bleibt (heiß aus einer Gaggia-Kaffeemaschine getröpfelt empfiehlt sich das Gebräu übrigens besonders). Und dazu ein Hauch von einem bitter-süßen Mandelnichts: Italienische Mandelmakronen, auch Amaretti genannt, passen nicht nur unglaublich gut zum Kaffee, sie sind eigentlich auch ganz leicht selbst herzustellen. Kein Grund also, zur Supermarktware mit hunderttausend E-Nummern auf der Ingredienzienangabe zu greifen.

Rezept:
Zutaten:
280g Mandeln
260g Feinkristallzucker
3 Eiweiß
1/2 TL Zimt, gemahlen
1 Prise Salz
3 Tropfen Bittermandelaroma

Zubereitung:
Am Vortag Mandeln blanchieren (kurz mit kochendem Wasser übergießen, aufkochen und abschrecken) und aus den feinen, braunen Häutchen schälen. Zum Trocknen auflegen. Am nächsten Tag im Mixer fein reiben. Das Salz zum Eiweiß geben und schlagen. Dabei löffelweise den mit dem Zimt vermischten Zucker zugeben. Wenn daraus ein dicker Schaum entstanden ist, aus dem man Spitzen ziehen kann, die gemahlenen Mandeln und das Bittermandelaroma unterheben. Mit einem Mini-Löfferl ganz kleine Kugerl ausstechen und auf mit Backpapier belegte Blecke setzen. Bei 140/150°C Umluft im Backrohr 15 bis 20 Minuten lang backen. Zum Auskühlen auf ein Backgitter setzen. Luftdicht verschlossen halten sich die Amaretti durchaus ein paar Wochen und bereichern den Leckerei-Vorrat.

Guten Appetit!

Dienstag, 2. Juni 2009

Linzertorte

linzerWenn die Bahn frei ist in der Küche, schlägt herr genussmousse zu. Und zaubert süße Versuchungen. Einer "seiner" Klassiker ist zugleich ein Dauerbrenner der österreichischen Mehlspeisenküche: Linzertorte. Woher der Name für dieses Gebäck mit Mandeln, Marmelade und Gitterabdeckung stammt, ist bis heute umstritten. Was indes jedenfalls gesichert scheint, ist die Tatsache, dass es sich beim Linzertortenrezept um ein ganz altes handelt: Erst kürzlich wurde in den (übrigens nicht nur für Bibliophile sehenswerten) Bücherspeichern des Stiftes Admont eine Linzertortenrezeptur aus dem Jahr 1653 gefunden.

Rezept:
Zutaten:
250g Mehl
125g Haselnüsse, geröstet, gerieben
125g Mandeln, geröstet, gerieben
250g Zucker
250g Butter
1 Ei
1 EL Kakao
1 TL Zimt
1 Msp. Nelkenpulver
Kirschlikör/Kirschschnaps
1 Prise Salz
200g Ribiselmarmelade (in D: Johannisbeerkonfitüre)

Zubereitung:
Mehl, Nüsse, Kakao, Gewürze und Zucker auf einer sauberen Fläche gut vermengen. Kalte Butter, einen Schuss Kirschlikör sowie das Ei zügig einarbeiten. Den so entstandenen Teig in Küchenfolie wickeln und mindestens eine Stunde im Kühlschrank rasten lassen. Dann aus etwas mehr als der Hälfte des Teiges in einer gebutterten und bemehlten Backform einen Tortenboden mit Rand formen. Ribiselmarmelade darauf verstreichen. Aus dem restlichen Teig werden nun möglichst gleichmäßige Streifen geformt, die als Gitter über die Marmelade gelegt werden. Im Backofen bei 180°C rund 70 bis 80 Minuten backen.

Mittwoch, 20. Mai 2009

Rhabarberkuchen, protestantisch

rhabarberkuchenKennen Sie das, LeserInnenschaft? Die Befriedigung, die sich einstellt, wenn Sie genussvoll ein Schüsserl voll gesüßtem Schlagrahm ausschlecken (vielleicht mit ein bisserl Zimt obendrauf)? Ja? Sie kennen das? Dann ist Ihnen vermutlich auch das schlechte Gewissen danach ein Begriff. Wenn's reuevoll drückt und zwickt, weil Sie sich wieder mal was gegönnt, anstatt - wie's die allgemeinen Vorschriften so verlangen - versagt haben. Aber: Es gibt Lösungen! Sie tun einfach, was immer Ihre sinnlichen Sinne gerade so von Ihnen möchten. Und beichten das dann. Rückwirkend. Reueproblem erledigt. (Kultur-)Katholizismus nennt man das. Praktisch, über Jahrhunderte bewährt und gut. Aber ob damit heute noch Kulturfortschritt zu erzielen ist? Schon Max Weber hat uns wissen lassen, dass unser aktuelles Wirtschaftssystem aus nichts anderem als aus dem Geist des Protestantismus entstehen hat können. Und Protestantismus verlangt ebensosehr nach Disziplin wie nach Selbstbeschränkung. Wirklich schlecht geht es uns nicht damit, oder? Es mögen uns dabei zwar einerseits die wunderschönen Höhen des sinnlichen, genussvollen Schlemmens verlustig gehen. Andererseits gewinnen wir Ausgeglichenheit und Harmonie (laut Konfuzius, um den auch noch zu bemühen, dann hören wir schon auf mit der Philosophie-Stunde, eines der höchsten Güter). Auch nicht schlecht, oder? Unser heutiger Rhabarberkuchen jedenfalls passt in dieses Konzept: Artig, brav, harmonisch, wohlschmeckend, aber: keine Sünde, ob deren Genuss die Welt rings um uns versinkt. Alltagstauglich indes allemal!

Rezept:
Zutaten:
Für den Teig:
150g Butter
3 Eier
1 Packerl Vanillezucker
1 Prise Salz
370g Mehl
3 TL Backpulver
100ml Milch
100g Zucker

Belag:
11 Stangen Rhabarber
Saft einer halben Zitrone
2 EL Zucker

Streusel:
200g kalte Butter
270g Mehl
1 TL Backpulver
160g Zucker
2 TL Zimt, gemahlen
1 Prise Salz

Zubereitung:
Rhaberber waschen, von den harten Fasern befreien, in 1cm dicke Scheiben schneiden und mit Zitronensaft und Zucker marinieren. Unterdessen Butter mit Zucker und Vanillezucker sowie den Eidottern schaumig rühren. Mehl mit Salz und Backpulver vermengen, gemeinsam mit der Milch zur Eidotter-Butter-Zuckermischung geben, gut durchrühren/-kneten. Eiklar zu Schnee schlagen und vorsichtig unterheben. Teig auf ein gebuttertes und bemehltes Blech streichen, mit dem Rhabarber belegen (es kann sich beim Marinieren sehr viel Flüssigkeit gebildet haben, ein Teil davon muss eventuell weggegossen werden). Nun kommen die Streusel dran: Mehl mit Salz, Backpulver, Zucker und Zimt gut verrühren, die kalte Butter in kleine Stücke schneiden und mit den Fingern mit der Mehlmischung zu Streuseln zerbröseln. Gut auf dem Rhabarberbelag verteilen. Den Kuchen ins vorgeheizte Backrohr geben und bei 200°C 30 bis 35 Minuten lang backen.

Guten Appetit!

Mittwoch, 29. April 2009

Richtig reichhaltige Schoko-Haselnuss-Torte

Schokolade-Haselnuss-TorteMit Speck fängt man Mäuse und mit Schokolade den herrn genussmousse. In jeder Form mag er das Zeug (natürlich gibt es auch ein Tages-Verbrauchs-Minimum, das keinesfalls unterschritten werden darf). Das Ganze hat durchaus seine praktischen Seiten. Denn: Die auch frau genussmousse mittlerweile bekannte Schokoladen-Abhängigkeit des herrn genussmousse (er würde es wohl "Schokoladen-Liebe" nennen) hilft ihr dabei, ihn ab und zu mal zu verwöhnen. So etwa, mit dieser herrlich üppigen Schokoladen-Haselnusstorte in der immerhin drei (richtig gelesen: 3) ganze 100g-Tafeln Schokolade stecken. Liebe geht ja schließlich auch durch den Magen, nicht wahr?

Rezept:
Zutaten:
Für die Torte:
200g Schokolade (70% Kakaoanteil)
90g Haselnüsse, frisch gerieben
60g Mehl
1 TL Backpulver
3 große Eier
150g Zucker
110g Butter
3 EL Kirschlikör
1 Prise Salz

Für die Glasur:
100g Schokolade
60g Butter

Deko:
1 handvoll Haselnüsse

Zubereitung:
Schokolade im Wasserbad langsam und unter Rühren schmelzen. Noch bevor sich das letzte Stück aufgelöst hat, von der Hitze nehmen und Stück für Stück die Butter einrühren. Ein bisschen auskühlen lassen. Unterdessen Eiklar und Dotter trennen, Eiklar kaltstellen, Dotter mit dem Zucker schaumig rühren. Nun die Schokoladen-Butter-Mischung einarbeiten. Mehl mit der Prise Salz, dem Backpulver und den frisch (!) geriebenen Haselnüssen (bloß keine bereits geriebenen kaufen - die schmecken buähhh!) vermengen. Gemeinsam mit dem Kirschlikör gut mit der Schokoladenmischung verrühren. Eiklar schlagen, bis aus dem entstehenden Schnee Spitzen gezogen werden können. Zunächst einen Löffel voll zum Teig geben und einarbeiten. Dann nach und nach auch den Rest vorsichtig unterheben. In eine gut eingefettete Tortenform (Durchmesser 23cm) geben und im Backrohr bei 190°C (vorheizen!) rund 40 Minuten backen. Herausnehmen, ein paar Minuten auskühlen lassen, aus der Form nehmen und auf einem Backgitter weiter kühlen lassen. Unterdessen die Haselnüsse auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech bei 230°C im Backofen rösten. Herausnehmen, überkühlen lassen und mit den Fingern die feinen, braunen Häutchen wegreiben (Achtung: heiß!). Für die Glasur auch die letzte Tafel Schokolade im Wasserbad schmelzen, von der Hitze nehmen und die Butter einrühren. Auskühlen lassen, bis die Mischung zwar noch flüssig ist, aber an der Oberfläche schon leicht zu stocken beginnt. Mit einer Teigpalette schön regelmäßig auf dem Kuchen verteilen (das gehört zu frau genussmousses Lieblingsbeschäftigungen) und die Haselnüsse zur Verzierung in einem Kreis auf die Glasur setzen. Es empfiehlt sich, die Torte (mindestens) über Nacht im Kühlschrank kühlen zu lassen (sie wird besser, wenn sie ein wenig steht).

Guten Appetit!

Montag, 20. April 2009

Cookie-Mania #2: Das besondere Etwas: Schoko-Cookies mit Fleur de sel

Salzblumen-Schokoladen-CookiesKennen Sie das, LeserInnenschaft? Man beisst in ein Cookie, in Erwartung des üblichen Süßzeugs und da ist es - dieses besondere Etwas. Ein Etwas, das auch die Ränder der Zunge berührt. Das einen fragen lässt, was das denn ist, das diesem Cookie zu so vollem, ungewöhnlichem Geschmack verhilft. Das Geheimnis ist gelüftet: Es ist Salz. Schlicht und ergreifend, Salz. Als wir in Neuseeland immer wieder auf Cookie-Rezepte mit nicht gerade geringen Salzmengen stießen, waren wir zunächst skeptisch. Dieses Rezept, ausgeführt mit selbstimportiertem "Fleur de sel" von Neuseelands Pazifikküste (ja, wir haben die Salzbecken nahe den Marlborough Sounds persönlich gesehen), hat uns schließlich überzeugt. Von nun an gibt's bei uns Cookies nur noch mit ordentlichem Salzanteil.

Rezept:
Zutaten:
Die Mengenangaben dieses Mal in "cups", wobei wir eine Tasse, die 250ml Wasser fasst, als Messbecher benutzten:
2/3 cup Weizenmehl
1/4 cup ungesüßtes Kakaopulver
1/2 cup Vollkornhaferflocken (die sind das gesunde Alibi dieses Rezepts!)
1/2 cup Schokotropfen
2/3 cup Butter
2 Packerl Vanillezucker
1/3 cup Zucker
2/3 TL Fleur de Sel
1/2 TL Natron als Backtriebmittel

Zubereitung:
Mehl, Kakaopulver, Natron und Fleur de Sel gut vermengen. Zimmerwarme, weiche Butter mit Zuckern schaumig rühren. Mit dem Mehl, den Haferflocken und den Schokotropfen zu einem Teig verarbeiten. Keine Sorge: der Teig ist ziemlich bröselig, das ist schon richtig so. Mit den Fingern kleine Kugeln formen, auf mit Backpapier ausgelegte Backbleche legen und plattdrücken (zwischen den einzelnen Teigkreisen sollte ein Abstand von mindestens 3 cm liegen). Bei 180°C im Backrohr - je nach Cookie-Größe - zwischen 13 und 15 Minuten lang backen. Auskühlen lassen, fertig! Dazu schmeckt ein Glas kalter Buttermilch!

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aber es gibt ja unmengen...
aber es gibt ja unmengen von kochbüchern, die...
reibeisen - 7. Nov, 16:52
da geht ja dann auch...
da geht ja dann auch das angebot wirklich sehr zurück....
reibeisen - 7. Nov, 16:51
ja, so ein klein wenig...
ja, so ein klein wenig widerstand zu beginn müssen...
reibeisen - 7. Nov, 16:50
ah ja, die advertising-stände....
ah ja, die advertising-stände. irgendwie schaffen...
reibeisen - 7. Nov, 16:49
mmm, genau. topinambur...
mmm, genau. topinambur gibt's bei uns viel zu selten....
reibeisen - 7. Nov, 16:48
ganz genau. alles zu...
ganz genau. alles zu seiner zeit!
reibeisen - 7. Nov, 16:47
Ideen
Ich denke, dass die Leute nicht genug Ideen haben,...
Mestolo - 6. Nov, 09:21

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