Gefüllte Paprika orientalisch
Gemüse zu füllen ist im Sommer ja sozusagen ein Muss. Und da wird dann auch allerhand reingestopft. Von der kalten Thunfischfarce bis hin zu deftigem Schafskäse. Das hat natürlich alles seine Berechtigung und schmeckt vermutlich auch ziemlich gut. Die heute hier vorgestellte Füllung für grüne Paprika punktet freilich vor allem durch ihre Gewürzmischung. Der geneigte Esser (oder auch die Esserin) fühlt sich schon beim ersten Reinbeissen in einen wohlriechenden orientalischen Bazar versetzt. Das Rezept verdanken wir unserem Besuch bei Freunden in Nordafrika, bei dem frau genussmousse in das eine oder andere Küchengeheimnis eingeweiht wurde. Ja, nur frau genussmousse: Sie durfte dort nämlich in der Küche mitwerkeln, während herr genussmousse mehr oder weniger anstrengende Herrengespräche zu führen hatte. Ziemlich traditionell, nicht? Für's Kochen sind dort nämlich immer noch, egal wie westlich orientiert man/frau sich auch geben mag, ausschließlich die Damen zuständig.Rezept:
Zutaten:
4 eher kleine, grüne Paprika
1 rote Paprika
25 dag Lammfaschiertes
1 Ei
4 gehäufte EL Couscous
1 Zehe Knoblauch
2 TL Paprikapulver, edelsüß
1 TL gemahlener Kreuzkümmel
1 TL gemahlener Koriander
1/2 TL gemahlener Zimt
1/2 TL gemahlene Peperoncini
1 TL Harissa
1 EL Olivenöl
1 kg Tomaten
1 Zwiebel
1 Prise Zucker
Salz
Zubereitung:
Couscous mit Wasser bedecken und rund 10 Minuten ziehen lassen. Dann das Wasser abgießen und den Couscous mit dem Fleisch, der kleingehackten Knoblauchzehe, dem Ei, dem Olivenöl, der Harissa und den Gewürzen vermischen. Paprika waschen, die Kerne rausschneiden und mit der Fleischfarce füllen. Rote Paprika in große Schitze schneiden und die Paprika damit verschließen. Tomaten einritzen, mit kochendem Wasser überbrühen, dann mit kaltem Wasser abschrecken und schälen. In kleine Würfel schneiden. Auch die Zwiebel hacken. Im unteren Teil einer Couscoussiere die Zwiebeln glasig braten, Zucker dazu, nochmals kurz durchbraten und dann die gehackten Tomaten (mit der Tomatenflüssigkeit) hineingeben. Parika in den Dampfaufsatz schlichten, diesen aufsetzen und das ganze rund 40 Minuten bei leiser Hitze köcheln. Vor dem Servieren die Tomatensauce mit Salz abschmecken. Die Paprika werden allein durch den aufsteigenden Dampf gar, aromatisieren aber zugleich die Tomatensauce durch die hinabfallenden Tropfen - deshalb ist für dieses Rezept eine Couscoussiere (oder eben ein anderer, dicht schließender Topf mit Dampfaufsatz) eigentlich unverzichtbar.
Guten Appetit!
reibeisen - 1. Aug, 10:50
Fleischklöpse sind ein universelles Phänomen: Gehacktes wird einfach weltweit gerne zu Bällchen verarbeitet. Was in den USA in Kombination mit Tomatensauce und Nudeln als evergreen unter den Kindergerichten gilt, wird im Nahen Osten üblicherweise als Vorspeise verputzt. Die eher faden heimischen "Faschierten Laberln" oder die - für unseren Geschmackssinn auch nicht gerade besonders aufregenden, etwas weiter nördlich beheimateten - Buletten und Frikadellen konnten uns bislang nicht wirklich zu ihren Fans zählen. Vor kurzem sind wir jedoch auf ein Rezept für pakistanische Fleischbällchen, so genannte Koftay (das muss vom Wortstamm her irgendwie mit den türkischen "Köfte" verwandt sein) gestossen und restlos überzeugt. Die feine Gewürzkombination hat's wieder mal bewiesen: Die Mischung macht's!
Von allen Küchen dieser Erde gilt die Marokkanische als eine der feinsten - das behauptet zumindest das gemeinhin wohlinformierte Feuilleton. Dieses Renommee verdankt sie einerseits dem klugen Einsatz von Gewürzen und andererseits der elaborierten Gartechnik, die die nordafrikanischen KöchInnen im Laufe der Zeit entwickelt haben: In der Tajine (bzw. Tagine) lassen sie unterschiedliche Zutaten mehrere Stunden lang über einem Holzkohlenfeuer vor sich hin schmoren. Der Clou dabei ist die spezielle Form der Tajine: Bei diesem Topf handelt es sich nämlich um ein kegelförmiges Tongefäß, in dem der Dampf aufsteigt, an der Spitze kondensiert und als Flüssigkeit wieder ins zu garende Gut rinnt. Das Resultat: Gerichte aus der Tajine sind besonders schmackhaft und saftig.
In der Einfachheit liegt oft mehr Kraft als in der ambitioniertesten Kreation. Das gilt - nicht nur, aber auch - für's Kochen. Eines der Rezepte, das die Vorzüge nur ganz weniger Zutaten in besonderer Weise zur Geltung bringt, ist dieses türkische Hühner-Pilaw. Die Idee dazu bzw. das - von uns leicht adaptierte - Grundrezept stammt von einem türkischen Mitbewohner jener Wiener WG, die einem Teil der genussmousse-crew im Vorjahr Obdach gewährt hat (an dieser Stelle sei Euch, liebe Therese und lieber Ilker, ein ganz herzlicher Dank ausgesprochen!).