Freitag, 17. Juli 2009

Keine Hexerei: Wie mensch Rote Thai-Curry-Paste selbst herstellt

rotes thai-curryDie Grundlage für die meisten Thai-Curries, die zuhause kredenzt werden, stammt ganz oft aus dem Glas/Packerl. Dabei muss mensch gar nicht auf Fertigprodukte mit Geschmacksverstärkern, Farbstoffen oder teils undurchsichtigen Ingredienzien zurückgreifen. Currypasten lassen sich ganz leicht selbst herstellen, sind geschmacklich eins a und mensch weiß, was drin ist. Wir produzieren immer wieder mal eine große Menge vor und frieren die Pasten dann in Portionsgröße ein. So ist jederzeit bei Curry-Hunger die richtige Geschmacksvariante vorhanden.

Tagesprogramm:
auf der alm, da gibt's koa suend'Da gestern die Sonne so ungetrübt vom Himmel lachte, haben wir einen freien Tag eingelegt und uns auf in die Berge gemacht. In die Sellrainer Berge, um genau zu sein. Das Sellrain ist eines jener vermeintlich unscheinbaren Tiroler Täler, das mit bizarren Gipfeln, großen Almböden und wirklich noch einsamen Tourmöglichkeiten aufwarten kann. Und außerdem ist es frau g.'s Lieblingstal. Schon seit Kindheitstagen, als der Großvater hier, zwischen steilen Wiesenhängen noch sein Sommerbienenhaus unterhielt (dieser Honig, LeserInnenschaft, sucht bis heute seine Konkurrenz - der Geschmack wurde nie mehr von irgendwem erreicht). Gestern stand also eine Wanderung ausgehend von St. Sigmund im Sellrain auf dem Programm. Im frühmorgendlichen Nebel vorbei an der Gleirschalm, sanft über einen breiten Weg bergauf bis zu einer Materialseilbahnstation. Da wärmte die Sonne bereits kräftig. Und überall gluckerte und rauschte es: Die Schneeschmelze nach dem heuer sehr niederschlagsreichen Winter ist nach wie vor im Gange - vereinzelt lagen selbst gestern noch Flecken des winterlichen Weiß herum. Zwischen blühenden Bergkräutlein und Almrosen windet sich der Steig zur Neuen Pforzheimer Hütte. An der Hütte vorbei, weiter bergauf über satte Bergwiesen und Geröllfelder marschierten wir dann zu zwei kleinen, klaren, kalten Bergseen, den Seeblen. Einsam spiegeln sich darin die umgebenden Dreitausender, wie der von dieser Seite schroff anmutende Zischgeles. Menschen sind uns keine begegnet - auf der ganzen Tour nicht. Vereinzelt zeugen jedoch "Stoanmandln" (wer nicht weiß, was das ist, sieht sich das unten verlinkte Bilderalbum an) von zuvor vorbei gekommenen Wanderern. Weiter gings, in Richtung des Abbruchs des Gleirschferner, der weiß vom Talschluss her leuchtete. Der eisige Gletscherbach (natürlich mussten da die Füße rein) inmitten duftender Bergwiesen gehört wohl zu den herrlichsten Orten für eine Mahlzeit. Die handgekneteten Kaminwurzen vom Metzger des Vertrauens haben jedenfalls ebenso geschmeckt wie der Bergkäse, die Tomaten und das Sauerteigbrot.

Mehr Fotos von der Tour gibt es hier.

Rezept:
Zutaten:
Für die rote Currypaste (250 g):
10 getrockenete Kashmiri-Chilis (die haben einen unvergleichlich vollen Geschmack und viel roten Farbstoff, sind hierzulande aber schwierig zu bekommen - es können daher auch andere Chilis benutzt werden)
2 TL Koriandersamen
2 TL Kreuzkümmelsamen
7 rote Schalotten
2 Zehen Knoblauch
2 Stängel Zitronengras
2 EL frischer Galgant
2 EL Korianderwurzeln
Schale einer Kaffirlimette
2 EL Fischsauce

Fürs Curry:
Rindfleisch (wir verwenden ganz kurz zu garendes Fleisch von der Huft)
Gemüse nach Wahl (Miniauberginen, Zucchini, Broccoli, Paprika, etc.)
500 g Kokosmilch
1 EL Palmzucker
1 EL Fischsauce
Saft einer Kaffirlimette
7 Kaffir-Limettenblätter
2 EL Blätter vom süßen Thai-Basilikum

Zubereitung:
Chilis rund eine Stunde vorab mit etwas kochendem Wasser aufgießen und ziehen lassen. Koriander- und Kreuzkümmelsamen in einer Pfanne ohne Öl vorsichtig anrösten. Auskühlen lassen und im Mörser mahlen. Abgetropfte Chilis, Zitronengras, Schalotten, Knoblauch, Galgant, Korianderwurzel, Limettenschale, Fischsauce und die gemahlenen Gewürze im Mixer zu einer Paste pürieren. Dabei so viel von der Einweichflüssigkeit der Chilis zugeben wie nötig, sodass eine dicke Paste entstehen kann. Drei Esslöffel der Paste werden für das Curry sofort benötigt, den Rest einfrieren. Die dicke Creme von der Kokosmilch abschöpfen und einem großen Topf drei Minuten schmoren, dann die Currypaste zugeben, umrühren und nochmals fünf Minuten schmoren. Nun mit der restlichen Flüssigkeit von der Kokosmilch aufgießen und nacheinander die Gemüse (je nach Garnotwendigkeit: Paprika etwas früher, Zucchin ganz am Schluss) sowie die fein geschnittenen Kaffir-Limettenblätter zugeben, köcheln. Wenn das Gemüse gar, aber noch gut bissfest ist, geriebenen Palmzucker, Fischsauce und Limettensaft zugeben. Nun auch das in feine Scheiben geschnittene Fleisch dazu und nur noch leicht und ziemlich kurz dünsten. Vor dem Servieren die gezupften Thai-Basilikumblätter unterheben, nicht mehr Kochen! Dazu passt Basmatireis.

Guten Appetit!

Dienstag, 14. Juli 2009

Wahrlich ein Kollektivvergnügen: Bananenschnitten

bananenschnitteLeute und Leutinnen, dieses Rezept hat es in sich! Sie können mit einem Blech voll Bananenschnitten entweder: Eine Klasse Halbwüchsiger füttern (wie frau genussmoussens Mathematiklehrerin das stets zu Schulschluss tat). Oder: Eine ganze Bundesheerkompanie zufrieden stellen. Oder: Zwei Büroteams, die Herren-Wohngemeinschaft des Bruders, das befreundete Nachbarpärchen und die genussmousse-crew pappsatt machen. Nur eines, das sollten Sie nicht: Die Bananenschnitten ganz für sich allein einplanen. Erstens schaffen Sie das sowieso nicht und scheitern am Futtern. Und zweitens macht's auch nur halb so viel Spaß. Bananenschnitten sind ein ureigentliches Kollektivvergnügen. Solipsistisches Nagen an flauschigem Teig, süßem Belag und Schokoguss kommt einfach nicht gut. Aber: Probieren Sie's einfach selbst. Sie werden sehen, wir haben recht...

Rezept:
Zutaten:
Für den Teig:
600g Weizenmehl
250g Butter
5 Eier
1,5 Packerl Vanillezucker
1 Prise Salz
5 TL Backpulver
180 ml Milch
170g Zucker

Für den Belag:
Marillenmarmelade (in D: Aprikosenkonfitüre)
8 große Bananen
2 Packerl Vanillepuddingpulver
2cl Rum
1/2 l Milch
6 EL Zucker
40g Butter
300g Schokolade (70%)
30g Butter

Zubereitung:
Butter mit Zucker und Vanillezucker sowie den Eidottern schaumig rühren. Mehl mit Salz und Backpulver vermengen, gemeinsam mit der Milch zur Eidotter-Butter-Zuckermischung geben, gut durchrühren/-kneten. Eiklar zu Schnee schlagen und vorsichtig unterheben. Auf ein gebuttertes und bemehltes Backblech streichen und im vorgeheizten Backofen bei 200°C 25 bis 30 Minuten backen. Herausnehmen und auskühlen lassen. Unterdessen Vanillepuddingpulver wie auf der Packungsanleitung angegeben mit Zucker und etwas Milch anrühren. Restliche Milch aufkochen, Rum zugeben und Puddingpulvermischung einrühren. Unter leichtem Köcheln ca. eine Minute lang rühren, nun auch die 40g Butter dazugeben. Von der Hitze nehmen und auskühlen lassen, dabei immer wieder mal umrühren. Ausgekühlten Teigboden mit Marillenmarmelade bestreichen, Bananen in dicke Scheiben schneiden und möglichst dicht darauflegen. Ausgekühlte Puddingmasse gleichmäßig darauf verteilen. Schokolade über einem Wasserbad langsam schmelzen, Butter dazugeben und gut vermischen. Auf den Kuchen verteilen und glattstreichen. Im Kühlschrank über Nacht rasten lassen. Dann: Alle verfügbaren Kräfte zur gemeinsamen Bewältigung des süßen Vergnügens mobilisieren.

Guten Appetit!

Montag, 13. Juli 2009

Empfehlungs-Rallye: Das Überraschungsbuch und sonst alle möglichen Begebenheiten

besoffenekapuzinercoverSie entschuldigen, LeserInnenschaft? Bitte! Wir wissen, dass wir reichlich spät dran sind, mit der Bekanntgabe des Gewinn-Überraschungsbuchs unserer Sommerbuch-Empfehlungs-Rallye. Aber - wir haben eine Entschuldigung. Eine gewichtige, wie wir meinen. Wochenends war das Wetter endlich einigermaßen freundlich. Wir mussten raus, rauf. Uns die Welt wieder mal von etwas weiter oben ansehen (Näheres dazu siehe unten)... Wie dem auch sei: Das Werk, das den Überraschungsbuchstatus unserer Empfehlungs-Rallye verdient hat, ist nicht ganz neu. Dafür umso liebenswerter. Die beiden Autorinnen, Gudrun Harrer und Christa Fuchs, sind gestandene Journalistinnen einer österreichischen Tageszeitung. Und: Sie kochen gerne. Jahrelang haben sie ihr schreiberisches mit ihrem kochspezifischen Können verbunden und eine der besten, ironischsten, rotzigsten, frechsten und fachlich fundiertesten Kochkolumnen Österreichs verfasst. Besoffene Kapuziner fasst einige dieser Textpreziosen, die auch leckere Rezepte enthalten, zusammen. Ein Büchlein, das mensch sich wahrlich auf der Zunge zergehen lassen kann: Nachkochend wie lesend. Etwa, wenn die beiden Damen von ihrem Sugoschisma berichten, nämlich der höchst ungewöhnlichen Situation, dass sich ob der richtigen Zubereitung von Pasta Bolognese die Geister der Harrer und der Fuchs schieden. Oder dann, wenn sie über das Verarbeiten von Hoden, zu gut österreichisch "Beidl", in der Küche philosophieren (im zutiefst katholischen Hierzulande dürfen Tierhoden zum Verzehrzweck nämlich aus "ethischen Gründen" nicht verkauft werden).
Die Verlosung (wir haben mit verbundenen Augen aus einem Topf mit Namenszettelchen gezogen) hat auch eineN GewinnerIn unter allen Buchempfehlenden ermittelt: Kulinaria Katastrophalia dürfen sich über das Büchlein freuen. Wir bitten Euch um die Übermittlung einer postalischen Zusendungsadresse an unsere Mailadresse (genussmousse[at]gmx.at) und gratulieren ganz herzlich. Und möchten uns an dieser Stelle natürlich auch nochmal bei allen bedanken, die mitgemacht und uns Bücher ans Herz gelegt haben.

Besoffene Kapuziner und andere Rezepturen zur kulinarischen Verbesserung Mitteleuropas; Christa Fuchs, Gudrun Harrer; Mandelbaum Verlag 2005

Tagesprogramm:
achensee1Nicht nur das "Ewig Weibliche" (copyright: J.W. Goethe) zieht uns hinan. Nein, nein. Wer in einem der Alpentäler wohnt, kennt das: Die Unruhe, die von unsereinem Besitz ergreift, wenn mensch allzu lange nicht mehr droben war. Sich den Überblick verschafft hat. Hoch, auf den Berggipfeln.
Ein Berg, der sich gerade wegen seiner herrlichen Fernsicht anbietet, ist das Ebner Joch. Mit seinen gerade mal 1.967 Höhenmetern klingt es alles andere als spektakulär. Doch die Lage des Ebner Jochs am Übergang vom Inntal zum Achensee, am Rande des Rofangebirges, macht es interessant. Der Aufstieg, vom kleinen Örtchen Eben am Achensee aus, führt zunächst durch ein lichtes Föhrenwäldchen. An der Astenau Alpe vorbei geht es, etwas steiler nun, durch dichten Latschenbewuchs (für alle aus D: Latschen sind Legföhren) bergauf. Knapp vor dem Gipfel ist es auch mit den Latschen vorbei: Die letzten Meter bis zum Kreuz ganz oben führen über hochgebirgig karges Gestein. Droben dann eröffnet sich die Sensation des Blicks: Tief drunten leuchtet türkisblau der Achensee, die Spitzen des Karwendels locken, ebenso das Rofangebirge mit seiner völlig anderen Gesteinsstruktur. Im Tal schlängelt sich der Inn durch saftiges Grün und an den von hier klitzekleinen menschlichen Siedlungen vorbei. Das Zillertal öffnet sich weit vor dem Auge des Betrachters, dahinter glitzern die Gletscher. Sogar der Großvenediger, mit 3.662 Höhenmetern einer der imposantesten Osttiroler Gipfel, war gestern zu sehen. Und natürlich auch die schneebedeckten Stubaier Gletscher. Einfach wundervoll. Da wird mensch plötzlich so still, so klein und unbedeutend. Das, genau das ist es, was wir einfach immer wieder brauchen, warum wir immer wieder irgendwo hinauf müssen. Retour sind wird dann einen kleinen "Umweg" marschiert und zwar via Hubersteig zur Buchaueralm und von dort über einen kleinen Waldsteig wieder retour zum Ausgangspunkt in Eben. Fazit: Ein grenzgenialer Aussichtsberg. Wenig bekannt und vor allem von Einheimischen bezwungen.

Mehr Fotos von der Tour gibt's hier.

Freitag, 10. Juli 2009

Wiener Küche: Krautfleckerl

krautfleckerlSeit jeher gibt es zwei Schulen, was die "richtige" Zubereitung von Krautfleckerl angeht: Zucker oder kein Zucker, lautet die zentrale Frage, um die gestritten wird. Kein Wunder, dass selbst die Bibeln der österreichischen Küche, was Krautfleckerl angeht, gespalten sind. In Katharina Pratos Kochbuch kamen die typischen Nudel-Krautfleckerl noch gar nicht vor - das Gericht dürfte sich erst im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts verbreitet durchgesetzt haben. Olga und Adolf Hess' Wiener Küche dagegen kennt das deftige Nudelgericht und bereitet die Fleckerl pikant, ohne Zucker, dafür mit Paprikapulver oder Pfeffer zu. Im Hause Sacher (das empfehlenswerte Nachschlagewerk dazu heißt Das Große Sacherkochbuch) half man offenbar mit dem Geschmacksverstärker/-veredler Zucker nach: Da werden vor dem Andünsten des Krauts Zwiebel mit Zucker karamellisiert. Wir haben das Beste aus beiden Schulen fusioniert und waren mit dem Ergebnis höchst, aber wirklich höchst, zufrieden. Ein kleiner Appell am Rande an all jene, die die Krautfleckerl nachkochen wollen: Das Gericht lebt - gerade aufgrund seiner vermeintlichen Einfachheit - von liebevoller Zubereitung und ausgewählten Zutaten. Fertignudeln zu verwenden, die Rindssuppe nicht selbst zuzubereiten oder gar das Schweinsschmalz durch anderes Fett zu ersetzen hieße Sparen am falschen Platz - dann schmeckt's gleich nur noch halb so gut!

Rezept:
Zutaten:
Für die Fleckerl:
200g Weizenmehl
100g Hartweizenmehl
2 Eier
1 Dotter

Fürs Kraut:
1 kleiner Kopf Weißkraut
1,5 EL Schweineschmalz
2 Zwiebeln
1 TL Kümmel
1 EL Zucker
250 ml Rindssuppe, hausgemacht
Pfeffer, Salz

Zubereitung:
Aus den Zutaten für die Fleckerl mit den Händen einen weichen Teig kneten, mit Öl bepinseln und mindestens 30 Minuten rasten lassen. Durch die Nudelmaschine walken (für diese Nudelvariante halten wir Stufe 6 für die ideale Dicke) und mit dem Teigrad viereckige Fleckerl ausschneiden. In reichlich Salzwasser kochen, herausnehmen und in kaltem Wasser abschrecken, wenn die Fleckerl noch viiiel Biss haben. Kraut waschen und in Vierecke schneiden, Zwiebeln fein hacken. Schweineschmalz in einem Topf erhitzen, Zwiebeln darin glasig andünsten, Kümmel und den Zucker zugeben und unter Rühren karamellisieren. Jetzt kommt auch das gut abgetropfte Kraut dazu und wird gedünstet. Nach rund fünf Minuten die Rindssuppe dazugießen und bei offenem Deckel das Kraut weichdünsten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, die Fleckerl dazugeben und Durchrühren, bis die Nudeln wieder heiß sind. Mit Schnittlauch bestreut servieren.

Guten Appetit!

Dienstag, 7. Juli 2009

Ein guter Tag beginnt mit... Scones, hausgemacht

raisinsconesFrühstück ist nicht gleich Frühstück. Vor allem die zeitlich eingeschränkten Morgenmahlzeiten unter der Woche verdienen diesen Namen zumeist gar nicht. Sehnsuchtsvoll denkt mensch, bei morgendlicher Gesundpampe (Typus Porridge) sitzend, zurück (oder voraus) ans Wochenendfrühstück. Da locken verschiedene Marmeladen, frische Früchte, Bregenzerwälder Bergkäse, frische Brötchen und immer wieder auch süßes Selbstgebackenes. Wie eben auch ab und zu Scones. Wobei die in Großbritannien ja eher zum Tea als zur morgendlichen Stärkung gereicht werden. Da wir aber den Tag ohnehin stets mit (Grün-)Tee beginnen, ist's wohl kein allzu großes Sakrileg, die Dinger morgens zu verspeisen.

Tagesprogramm:
schlucht5Untertags sind wir am Wochenende vor dem eeewigen Sch...-Wetter hier in Innsbruck geflohen. Da es südlich des Brenners wettertechnisch meist freundlicher ist, entschieden wir uns auch dieses Mal wieder für einen Südtirol-Ausflug samt Spaziergang durch die Gilfenklamm bei Ratschings/Sterzing. Hier tost klares Gebirgswasser über ebenso imposante wie farblich wunderschöne Marmorblöcke in die Tiefe. Der gut angelegte und versicherte Weg (teilweise auf Holzstegen) eignet sich für Ausflüge mit der ganzen Familie: Sowohl die schon etwas gehmüde Oma, als auch das raunzige Kind können mithalten und werden ob des beeindruckenden Rundums dabei auch noch Vergnügen empfinden. Der Ausgangspunkt ist ein Parkplatz am Ortseingang von Ratschings bei Sterzing (einfach den Schildern folgen). An einem kleinen Kassenhäuschen muss Eintritt bezahlt werden: Heute lässt man sich den Erhalt des Weges, der einst vom Österreichischen Alpenverein angelegt worden war, von den Gästen bezahlen. Der Preis freilich ist finanzierbar: Mit 3 € ist man als Erwachsener bereits dabei, Kinder ab sechs Jahren bezahlen 1 €. Durch die Klamm spaziert man, stets leicht bergauf, zum Gasthof Jaufensteg, wo man sich mit Getränken und Ähnlichem versorgen kann. Der Weg durch die Klamm nimmt mit der fußlahmen Oma bzw. mit dem kontinuierlich vom Weitergehen zu überzeugenden Kind insgesamt rund eine knappe Stunde in Anspruch, sonst geht's durchaus schneller. Von der Gastwirtschaft aus führt der Spaziergang ein kleines Stück den Hang hinauf, an ein paar schönen, alten Bauernhöfen vorbei, bis zu einem Steig in Richtung Ruine Reifenegg. Der wird für die marode Großmutter schon etwas schwerer zu bezwingen sein, weil steiler, d.h. ein Paar Stöcke sind dann zu empfehlen. Die pittoreske, ziemlich verfallene Ruine diente einst übrigens dazu, den Weg über den Jaufenpass zu sichern. Heute holt sich die Natur den Platz zurück: Die noch erhaltenen Gebäudereste stehen mitten im Wald. Am alten Gemäuer vorbei windet sich der Weg dann talwärts zurück zum Ausgangspunkt. Ein Ausflug, bei dem es viel zu Sehen und Entdecken gibt, stets begleitet vom Duft frisch geschlägerten Holzes und blühender Holunderstauden sowie dem Summen unzähliger Insekten. Kurz und gut: Sehr schön, sehr zu empfehlen!

Mehr Bilder gibt's hier.

Rezept:
Zutaten:
240g Weizenmehl
120 ml Milch
90g Butter
3 EL Zucker
1 EL Backpulver
3 EL Rosinen
1 Ei
1 Prise Salz

Zubereitung:
Mehl mit Salz, Zucker und Backpulver vermischen und mit den Fingern zügig die kalte Butter darin zerbröseln. Milch mit Ei verquirlen und zur Mehl-Butter-Mischung geben. Rosinen unterrühren, Backofen auf 180° C vorheizen. Teig dick auf eine saubere, bemehlte Fläche streichen und mit einem großen, runden Keksausstecher, einem Glas oder eine dünnrandigen Tasse Teigkreise ausstechen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und 25 bis 30 Minuten backen. Mit Butter und Marmelade servieren.

Guten Appetit!

Donnerstag, 2. Juli 2009

Pasta con broccoli, alici e peperoncini

pastabroccolialicipeperonciEndlich wieder mal Herzhaftes hier. Indes: Für mehr als schnelle Pasta hat's nicht gereicht. Die erwies sich allerdings als sehr passend für einen jener herrlichen Sommertage, an denen mensch lieber draußen im Freien ist, als ewig in der Küche herum zu werkeln. Auch die Zutatenliste ist nicht überkandidelt. Einfach, preislich überschaubar (also auch für kleinere Budgets zu empfehlen), überall zu bekommen und trotzdem soooo gut! Das gibt's definitiv wieder mal.

Rezept:
Zutaten:
1 schöne, große Broccolirose
3 frische rote peroncini
1 Zehe Knoblauch
11 Sardellen, in Olivenöl eingelegt
1 handvoll Haselnüsse
Olivenöl
Salz, Pfeffer
Pasta

Zubereitung:
Broccoli waschen, in mundgerechte Röschen zerteilen und ganz kurz blanchieren. Pasta etwas weniger als al dente kochen, abschrecken und beiseite stellen. Haselnüsse dünn aufschneiden und ohne Fett anrösten, bis sie hellbraun werden. Knoblauch in feine Scheiben und Peperoncini in dünne Ringe schneiden (wer's nicht allzu scharf mag, kratzt zuvor das Innere samt Kernen heraus, alle anderen lassens drin *ggg*) und in etwas Olivenöl leicht anschmurgeln, abgetropfte Sardellen dazu und nochmals kurz braten. Den Broccoli und die Pasta zugeben und durchschwenken, bis beides wieder heiß ist. Salzen, pfeffern und mit den angerösteten Haselnüssen bestreut servieren.

Guten Appetit!

Dienstag, 30. Juni 2009

Österreichischer Mehlspeisen-Klassiker - Gewuzelte Mohnnudeln

mohnnudelnKochen ist ein Heidenspaß. Vor allem dann, wenn handwerkliches Engagement gefragt ist. Das kann mensch bei der Herstellung von Mohnnudeln ausgedehnt unter Beweis stellen. Denn: Das Wuzeln der "Nudeln" erfordert Zeit und viiiiiel Liebe zum Produkt. Wie die meisten der Süßspeisen, die heute als Klassiker der österreichischen Küche gelten, stammen die Mohnnudeln vermutlich aus Böhmen. Von dort kamen an der Wende von 19. zum 20. Jahrhundert die gefragtesten Köchinnen in die k.u.k. Reichshauptstadt Wien. Sie brachten nicht nur ihre heimischen Rezepte mit, sondern auch die nötige Geduld, um die Wiener "Herrschaft" ausgiebig zu verwöhnen. Heute werden die süßen Spezialitäten nicht weniger gern gegessen. Allerdings stammen sie meist aus dem Angebot eines großen Tiefkühlprodukteanbieters. Das mögen wir nicht. Deshalb: Hier eine Anleitung zum Selbermachen.

Rezept:
Zutaten:
500g mehlige Kartoffeln
150g Weizenmehl
50g feiner Weizengries
1 Ei
1 Prise Salz
etwas Mehl für die Herstellung
Butter
5 EL Graumohn, ungemahlen
Staubzucker zum Bestreuen

Zubereitung:
Kartoffeln in der Schale kochen und ausdämpfen. Schälen und noch heiß durch eine Kartoffelpresse drücken. Mit Mehl, Gries, Salz und Ei gut verrühren - der entstehende Teig soll sich vom Schüsselrand lösen. Eine Viertelstunde rasten lassen. Das Nudelbrett (oder sonst ein Schneidebrett) bemehlen. Vom Teig Teelöffelgroße Stückerl nehmen und die auf dem Nudelbrett mit dem Handballen zu nudeligen, spitz zulaufenden Würsten rollen (= wuzeln). In siedendem Wasser so lange ziehen lassen, bis die Nudeln an die Oberfläche steigen. Herausnehmen, gut abtropfen. Mohn im Mörser zerreiben (wir machen das immer frisch, weil vorgemahlener Mohn aufgrund seines hohen Fettgehalts schnell ranzig schmeckt). In einer Pfanne Butter aufschäumen, die Nudeln darin etwas anbraten, den Mohn zugeben, kurz mitbraten, auf vorgewärmten Tellern anrichten und mit Staubzucker bestreuen. Gut schmeckt dazu übrigens auch entweder Powidl oder Marillenmarmelade.

Guten Appetit!

Sonntag, 28. Juni 2009

Erdbeerjoghurtschnitten

erdbeerjoghurtschnitteDerzeit haben wir wieder mal eine "süße Phase", LeserInnenschaft. Herzhaftes wird im Hause genussmousse momentan nur allzugern durch Zuckerhaltiges ersetzt. Aber Sie können uns glauben - mit der Wirtschaftskrise hat das nichts zu tun. Auch wenn da allgemein lieber zu Ungesundem gegriffen wird, wie wir hier lesen konnten. Ganz erklärbar sind uns unsere zyklenartig wechselnden Vorlieben zwar nicht, Seelenstriptease macht sich in der Blogosphäre indes auch nicht so gut. Und deshalb wollen wir's einfach mal bei dem bloßen Faktum belassen, dass hier in den nächsten Tagen das eine oder andere Süßspeisenrezept vorgestellt wird. Sollte ja auch schon mal Schlimmeres vorgekommen sein, nicht?

Rezept:
Zutaten:
700g Gartenerdbeeren
500g Joghurt
180 ml Sahne
70g Staubzucker
6 Blatt Gelatine
2 Eier
60g Mehl
60g Zucker
1 Prise Backpulver
1 Prise Salz
Erdbeermarmelade

Zubereitung:
Am Vortag 500g der Erdbeeren waschen, von grünen Stilen sowie Blättchen befreien, pürieren und durch ein feines Sieb streichen, sodass die kleinen Samenkörner zurückbleiben. Püree mit dem Joghurt und dem Staubzucker gut verrühren. Gelatine in etwas Wasser einlegen, nach fünf Minuten ausdrücken und in einem kleinen Töpfchen bei mittlerer Hitze schmelzen. Zuerst einen Löffel, dann zwei, drei, vier, fünf und schließlich alles der Erdbeerjoghurtmasse unterrühren. Sahne schlagen und ebenso unterheben. Eine Terrinenform mit Frischhaltefolie auslegen (am besten geht das, indem mensch Wasser einfüllt und so etwaige Luftblasen und Falten aus der Folienabdeckung entfernt) und restliche Erdbeeren waschen, putzen und in kleine Stückchen schneiden. Erdbeermasse in die Terrinenform füllen und immer wieder Erdbeerstücke darauf/darin verteilen. Mit Folie abdecken und über Nacht im Kühlschrank erstarren lassen. Am nächsten Tag ist der Biskuitboden dran: Eier trennen, Dotter mit dem Zucker rühren bis die Masse hell wird. Mehl mit Backpulver vermischen und sieben, auch die Prise Salz zugeben. Eiweiß zu Schnee schlagen. Nun Eischnee und Mehl abwechselnd unter die Dotterzuckermischung heben. Auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech Teig in der Größe der Terrinenform auftragen, bei 180°C rund 10 Minuten backen. Herausnehmen, auskühlen lassen und nun genau auf die Terrinenformgröße zuschneiden. Eine Teigplatte auf einer Seite dünn mit Erdbeermarmelade bestreichen, die andere Teigplatte daraufklappen und diesen Teigboden nun nochmals auf einer Seite mit Marmelade bestreichen. Auf die mittlerweile gestockte Erdbeerjoghurtmasse kippen (das kann etwas Geschick und eventuell ein zweites Paar helfender Hände erfordern) und leicht andrücken. Auf eine Platte stürzen und im Kühlschrank 20 Minuten rasten lassen. Mit einem Messer schneiden, das zuvor jeweils in sehr heißes Wasser getaucht worden ist - so bleibt daran nichts kleben.

Guten Appetit!

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