Samstag, 27. Juni 2009

Das Sommerbuch: Die genussmousse-Empfehlungen

Natürlich können wir nicht mir nichts, Dir nichts zu einer Empfehlungs-Rallye für Sommerbücher aufrufen und selbst nichts dazu beitragen. Hier deshalb nun also fünf Buchvorschläge, die wir Ihnen, geschätzte LeserInnenschaft, für ein paar angenehme Lesestunden in diesem Sommer ans Herz legen möchten.

Schöne Welt, böse Leut. Kindheit in Südtirol, Claus Gatterer, Folio 2003
gattererSprachlich grandios, kurzweilig und bis zur letzten Zeile spannend erzählt der ehemalige Doyen des österreichischen Qualitätsjournalismus von seiner Kindheit in Südtirol. Vom Bergbauerndorf Sexten, gelegen auf 1.300 Metern Seehöhe inmitten der bizarren Bergwelt der Dolomiten. Gatterer berichtet von bäuerlichen Traditionen. Vom Alltag der Menschen. Von einer Kindheit im Einfachen. Und davon, wie die Weltpolitik plötzlich hereinbricht in diese entlegene Welt. Er beschreibt, wie der italienische Faschismus durchgreift bis zum Dorflehrer. Erzählt von den kleinen Widerständigkeiten und von größeren. Aber auch von Kollaboration. Von Italienfreunden, Österreichtreuen und Großdeutschen. Und vom dem Riss, der mit der Anerkennung der Brennergrenze durch Hitler und der Aufforderung, für ein Verlassen der Heimat zu optieren, mitten durch die Südtiroler Gesellschaft ging. Wer sich für das bäuerliche Leben dieser Zeit interessiert, wer die Südtirolfrage verstehen will, dem sei dieses Buch dringend ans Herz gelegt!

Das Reich der Zeichen, Roland Barthes, edition suhrkamp 1981
barthesNicht neu, aber wunderschön: Roland Barthes' Japan-Aphorismen, Haikus (japanische, sehr knappe Poesieform), Bilder und Skizzen. Die Texte des französischen Semiologen interessieren sich für japanisches Kochen und Essen, für die Organisation von Stadt, für Musik, Glücksspiel, Architektur, Theater. Kurz: Für eine (kulturelle) Welt, die sich radikal von der unseren unterscheidet. Barthes nimmt seine Fremdheit im japanischen Zeichensystem als Ausgangspunkt für kurze, philosophierende, manchmal fragmentarisch anmutende Texte. Und liefert eine ganze Reihe von Antworten auf jene Frage, die auch Sophia Coppolas traumwandlerischer Japanfilm „Lost in Translation“ aufgeworfen hat: Was geschieht, wenn man sich in eine Welt geworfen wiederfindet, deren Symbolsystem sich dem eigenen Deutungshorizont komplett entzieht? Handschriftliche Anmerkungen, Skizzen und Fotos bilden die zweite, unverzichtbare Erzählebene des Buches. Und versetzen den/die LeserIn für kurze Momente in die Situation jener Fremdheit, die den Reisenden auf seinem Weg durch Japan umgibt. Der etwas andere Blick auf Nippon. Das erklärte Lieblingsbuch von frau genussmousse.

Chuzpe. Roman, Lily Brett, Suhrkamp 2006
brettLeichte, unterhaltsame Kost: Ruth Rothwax ist neurotisch, nervös und essgestört. Und sie ist die Tochter zweier Holocaustüberlebender. Lily Bretts Protagonistin in den besten Jahren lebt in New York und betreibt ein kleines Unternehmen, in dem sie Briefe für andere Menschen verfasst. Sie ist verheiratet, kümmert sich nach dem Tod ihrer Mutter sorgenvoll um ihren betagten Vater Edek und ängstigt sich um das Wohlergehen ihrer Kinder. Jede Abweichung von der alltäglichen Norm macht sie wahnsinnig. Die Hölle bricht los, als Edek seine Geliebte Zofia aus Polen nach New York holt. Die steigt gemeinsam mit ihrer Freundin Walentyna aus dem Flugzeug. Und die drei lebenslustigen Alten brauchen nicht lang, bis sie ein Projekt aus dem Boden stampfen: Sie wollen ein Restaurant eröffnen. Ein Restaurant, in dem es nichts außer „Klops“, polnischen Klößen, gibt. Ein humorvolles, lustiges Buch. Angesiedelt in der jüdischen Community New Yorks. Lesenswert!

Brief an D. Geschichte einer Liebe, André Gorz, btb 2009
gorzDie Nachricht von seinem Tod beherrschte Ende September 2007 alle Nachrichtenkanäle. Der französische Sozialphilosoph André Gorz, geboren in Österreich als Gerhard Horst und vor den Nazis geflohen, hatte sich gemeinsam mit seiner Frau Dorine das Leben genommen. Kurz zuvor war sein „Brief an D.“ erschienen. Ein Brief an seine betagte, schwer kranke Frau. Eine berührende Liebeserklärung nach knapp 60 gemeinsamen Jahren. Schon der Beginn dieses Textes ist schlicht wundervoll: „Bald wirst Du jetzt zweiundachtzig sein. Du bist um sechs Zentimeter kleiner geworden, Du wiegst nur noch fünfundvierzig Kilo, und noch immer bist Du schön, graziös und begehrenswert. Seit achtundfünfzig Jahren leben wir nun zusammen, und ich liebe Dich mehr denn je. Kürzlich habe ich mich von neuem in Dich verliebt, und wieder trage ich in meiner Brust diese zehrende Leere, die einzig die Wärme Deines Körpers an dem meinen auszufüllen vermag.“ Ein Buch, das wohl selbst bei Liebes-Skeptikern und notorischen Pessimisten ein Umdenken auszulösen vermag. Unglaublich stark und intensiv!

Abendland. Roman, Michael Köhlmeier, dtv 2009
koehlmeierEigentlich wird der Autor Michael Köhlmeier im Hause genussmousse ja überhaupt nicht geschätzt. Das hängt mit Texten aus den 1990er-Jahren zusammen, in denen er klassische Mythen nacherzählte. Der Tonfall war es, der der genussmousse-crew Köhlmeiers Erzählhaltung schier unerträglich machte: Krampfhaft um epische Breite bemüht, getragen, betulich erschien er uns, dieser Erzählgestus. Umso erstaunlicher die nun erfolgte Wieder- bzw. Neuentdeckung. Weil ein Bekannter immer wieder auf das Buch zurückkam, immer wieder davon sprach, siegte schließlich die Neugier und der Umschlag wurde beim nächsten Buchhandlungsbesuch widerstrebend doch geöffnet. Aus dem kurzen Hineinlesen wurde ein längeres Verweilen auf dem Buchhandlungssofa und schließlich ein – bis jetzt nicht bereuter – Kauf. Köhlmeier verwebt zwei Familiengeschichten: Die des hochbetagten Mathematikers und Jazzfans Carl Jacob Candoris (für den wohl der mittlerweile verstorbene Innsbrucker Mathematikprofessor Leopold Vietoris das Vorbild gab) und jene des Ich-Erzählers, Sebastian Lukasser. Scheinbar mühelos, beiläufig, gelingt Köhlmeier damit wahrlich ein Panorama des 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts. Inkontinenzprobleme alternder Männer nach Prostataoperationen in aller Ausführlichkeit dargelegt, inklusive. Dennoch: Ein Buch, das man, einmal aufgeschlagen, gar nicht mehr weglegen möchte.

Freitag, 26. Juni 2009

Schlechtwetterfutter - Spalterbsenpüree mit Nürnberger Rostbratwürstel

spalterbsenpureebratwurstDass das so nicht geht, mit dem Wetter, ist eh klar, oder? Regen im Juni ist in den Tiroler Bergen zwar eigentlich normal, aber diese garstige Kälte. Ganz sicher nicht! Wer immer das braucht, wer immer sich dabei gut fühlt, wer immer das bestellt hat, möge ewig im Nasskalten frieren. Wie auch immer: Bei derartigen Kälteeinbrüchen ist die Küche gefordert. Da benötigt mensch - neben viiiiiel zwischenmenschlicher Zuwendung - Deftiges, vom Magen her Wärmendes...

Rezept:
Zutaten:
200g Spalterbsen, über Nacht eingeweicht
1 Karotte
2 Stängel Stangensellerie
1 Zwiebel
1 Speckschwarte
1 Lorbeerblatt
1 große Kartoffel
50 ml Milch
1 Flocke Butter
Salz, Pfeffer
Nürnberger Rostbratwürste

Zubereitung:
Einweichwasser abgießen und die Spalterbsen in frischem Wasser (sie sollten gerade davon bedeckt sein) mit der Karotte, der Zwiebel, dem Sellerie, der Speckschwarte und dem Lorbeerblatt zugedeckt rund 20 Minuten köcheln. Dann die geschälte und in kleine Würfel geschnittene Kartoffel dazugeben und gemeinsam bei offenem Deckel so lange köcheln, bis auch die Kartoffelstückchen weich sind und das Wasser weitgehend aufgesogen bzw. verdampft ist. Gemüse, Speckschwarte und Lorbeerblatt entfernen. Milch sowie Butter zugeben und mit dem Stabmixer pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Bratwürste rundum anbraten und alles gemeinsam auf vorgewärmten Tellern anrichten.

Guten Appetit!

Dienstag, 23. Juni 2009

Das Sommerbuch: Einladung zur Empfehlungs-Rallye #1

sommerbuecherLeserInnenschaft - es ist so weit. Der Sommer steht vor der Tür. Und damit die Urlaubszeit, weshalb es hoch an der Zeit scheint, endlich die Lektüreliste dafür zusammen zu stellen. Da aber Bücher nicht auf dem Boden von Kochtöpfen wachsen und da die wirklich guten Lektüreerlebnisse meistens mit Texten zu tun haben, die einem von geschätzten Menschen empfohlen wurden, loben wir hier nun eine Buchempfehlungsrallye aus. Und fordern alle befreundeten Blogs (und selbstverständlich auch all jene, die das noch werden können/wollen/sollen) auf, bis spätestens einschließlich Freitag, 10. Juli 2009, auf ihren Seiten eine kleine Buchempfehlungsliste für diesen Sommer zu veröffentlichen. Damit mensch sich auch etwas unter den Empfehlungen vorstellen kann, wär eine kurze Beschreibung des Inhalts samt Begründung, warum uns das jeweilige Buch ans Herz gelegt wird, sinnvoll. Und auch wenn mensch ein Buch nie aufgrund seines Covers beurteilen sollte, schön anzusehen sind sie doch: Also bitte auch ein Pic vom Buchcover dazu. Einen Link unter den Kommentaren hier posten oder einen Trackback hierher legen und schon ist mensch dabei: Wir verlosen unter den teilnehmenden Blogs ein - wie könnte es anders sein - Überraschungsbuch!

Sonntag, 21. Juni 2009

Topfenjoghurtmousse mit Kirschen so gut, wie Sie sie noch nie zuvor gegessen haben

topfenmoussebalsamicokirschGenau genommen war es der Glanz. Dieser verlockende, verführerische, herrliche Glanz, der die Kirschen auf dem Foto überzog. Irrésistible - UNWIDERSTEHLICH! Und dann auch noch Roberts Flehen, sein Rezept für ciliege al aceto balsamico UNBEDINGT selbst auszuprobieren. Also sind wir vertrauensvoll zur Tat geschritten. Und: Haben das keine Sekunde lang bereut. Im Gegenteil: Probieren Sie's selbst und Sie werden Kirschen erleben, LeserInnenschaft, wie Sie sie noch nie zuvor kosten durften. So schmeckt wohl ein erstes Eck vom Paradies. Göttlich. Himmlisch. Grandios. Und da uns leider nicht noch mehr Superlative einfallen wollen, sei die dringliche Bitte wiederholt: Probieren Sie dieses Rezept einfach selbst! Wir haben das herrliche Balsamico-Kirschkompott fast unverändert übernommen und dazu eine leichte, erfrischende Topfenjoghurtmousse (in D: Quarkjoghurtmousse) kombiniert, die übrigens auch ganz brauchbar war... ;-)

Rezept:
Zutaten:
Fürs Balsamico-Kirschkompott (Rezept auch hier):
500g Kirschen
100 ml Rotwein
50 ml guter Aceto Balsamico
80g Zucker
1 unbehandelte Orange
1 unbehandelte Zitrone

Für die Topfenjoghurtmousse:
250g Topfen, 20% (Quark)
100g Joghurt
100 ml Sahne
3 Blatt Gelatine
3 EL Staubzucker
1 Packerl Vanillezucker (das sind 8g)

Zubereitung:
Gelatine in etwas Wasser einweichen. Topfen und Joghurt cremig rühren, sodass keine Klümpchen mehr übrig sind, dann auch die Zucker unterrühren. Sahne schlagen. Gelatine ausdrücken und in einem kleinen Töpfchen schmelzen, von der Hitze nehmen. Zuerst einen Esslöffel, dann noch einen und noch einen einrühren, schließlich die gesamte Topfenjoghurtmasse dazugeben. Die geschlagene Sahne unterheben und die Masse (die zur Mousse wird) im Kühlschrank über Nacht stocken lassen. Kirschen entsteinen, Schale mit einem scharfen, kleinen Messer großflächig (aber ohne das Weiße) von den Zitrusfrüchten schneiden. Rotwein mit Balsamico, dem Zucker und der Hälfte je der Orangen- sowie der Zitronenschale aufkochen. Die Kirschen zugeben und neuerlich kurz zum Kochen bringen. Durch ein Sieb gießen, den Saft auffangen und mit den restlichen Zitrusschalen so lange köcheln, bis er ganz stark reduziert ist (es sollen lediglich rund 50ml noch davon übrig sein). Zitrusschalen aus dem Sud nehmen und wieder über die Kirschen gießen (aus denen mensch übrigens zuvor ebenso fein säuberlich die Zitrusschalen gefischt hat) und auskühlen lassen (wir haben das Kompott kalt serviert). Am nächsten Tag mit zwei in heißes Wasser getauchten Löffeln aus der Moussemasse Nockerln ausstechen und mit dem Kompott auf Desserttellern anrichten.

Guten Appetit!

Donnerstag, 18. Juni 2009

Millefeuille mit Ziegenkäsecreme und gegrillten Paprika

millefeuilleziegenkaesepaprMillefeuille haben etwas vom Leben selbst. Schicht um Schicht werden da aufeinander getürmt (sind's zuviele, kippt das Ding um). Schichten von ebenso unterschiedlicher Konsistenz wie unterschiedlichem Charakter und Geschmack. Keine davon möchte mensch entbehren. Jede Schicht macht reicher, schärft die Unterscheidungsfähigkeit. Und: Je stärker die einzelnen Schichten differieren, umso intensiver der Eindruck, den sie hinterlassen. Das Spiel mit der Textur, mit knusprigen Teigblättern, softer Ziegenkäsecreme und leicht knackigen Paprikaschoten war uns Anliegen und Vergnügen zugleich. Eine Vorspeise, die an heißen Sommertagen - kombiniert mit einem Salat - auch eine Hauptspeise zu ersetzen vermag.

Rezept:
Zutaten:
1 Blätterteigquadrat (aus sommerlicher Kochfaulheit darf durchaus auch mal zum Tiefkühlprodukt gegriffen werden)
2 gelbe Paprikaschoten
2 Zehen Knoblauch
Olivenöl
100g Ziegenfrischkäse
70g Mascarpone
30g Joghurt
Salz, Pfeffer
ein paar Stängel frischer Thymian

Zubereitung:
Am besten bereits am Vortag die Paprikaschoten halbieren, Kerne entfernen und im Backofen direkt unter der Grillschlange solange grillen, bis die Haut schwarze Blasen wirft. Herausnehmen, in Eiswasser abkühlen lassen und dann fein säuberlich die Haut abziehen. In breite (~ 3 cm) Streifen schneiden, salzen und mit den in Scheiben geschnittenen Knoblauchzehen in Olivenöl über Nacht marinieren. Auch die Ziegenkäsecreme kann vorbereitet werden: Einfach den Käse mit Mascarpone und Joghurt glatt rühren und mit Salz, Pfeffer sowie ein paar frischen, abgerebelten Thymianblättchen abschmecken. Am nächsten Tag Teig auf einer sauberen, leicht bemehlten Fläche auslegen und mit einem Teigring Kreise ausstechen. Auf mit Backpapier ausgelegten Blechen bei 180°C rund 20 Minuten backen (dabei immer wieder mal mit einer Gabel die im Teig entstehenden Luftgebäude herausdrücken). Herausnehmen, auskühlen lassen. Jetzt geht's ans Schichten: Auf die erste Blätterteigschicht wird mit einer Spritztülle etwas von der Ziegenkäsecreme aufgetragen, dann folgt eine Lage abgetropfter Paprika, wieder Ziegenkäse, Teig, Ziegenkäse, usw. usf. - der Turmbau zu (Küchen-)Babel kann so lang fortgesetzt werden, wie mensch möchte und hinkriegt.

Guten Appetit!

Dienstag, 16. Juni 2009

Strohwitwenküche, Klappe, die letzte: Rosa gebratenes Lammrack mit Chermoula-Zucchini

rosalammrackEin "Ätsch" muss natürlich auch dabei sein, wenn frau so schnöde ein ganzes Wochenende lang allein gelassen wird. Ja, ja, schon gut, frau genussmousse weiß: Das war nicht absichtlich, beruflichen Verpflichtungen geschuldet und das alles ist deshalb furchtbar gemein. Trotzdem: Am Sonntag gabs für frau genussmousse ganz solo ein herrliches Fleischteil mit nordafrikanisch veredeltem Gemüse. Ausschlaggebend war natürlich wieder mal der Fleischer des Vertrauens, der mit wunderbaren Lammracks lockte. Wer kann da schon widerstehen? Frau genussmousse jedenfalls nicht. Und der Tag als Strohwitwe war dann auch insgesamt ganz brauchbar: Ganz, ganz früh, morgens, als noch alles schlief, gings die Nordkette bei Innsbruck hinauf. Untertags wurde gearbeitet, wofür abends schließlich die kulinarische Belohnung entschädigte.

Rezept:
Zutaten:
Fürs rosa gebratene Lammrack:
1 Stück Lammrack
1 Zweig Rosmarin
2 Zehen Knoblauch
Olivenöl
Salz, Pfeffer

Für die Chermoula-Zucchini:
2 kleine Zucchini
1,5 EL Chermoula (das Rezept für die Chermoula gibts hier)
1 EL Olivenöl

Zubereitung:
Olivenöl mit Knoblauch und Rosmarin in einer Pfanne erhitzen und darin das Lammrack rundum resch anbraten. Herausnehmen, in eine Alufolie wickeln, salzen, pfeffern und rasten lassen. Zucchini in Scheiben schneiden (nicht zu dünn - knapp 1cm dick ist hier fein), im Olivenöl kurz dünsten, Chermoula unterrühren und bei geschlossenem Deckel durchziehen lassen. Beides auf einem vorgewärmten Teller anrichten. Dazu passt ein feines Glaserl Rotwein.

Sonntag, 14. Juni 2009

Der Geschmack Nordafrikas - Chermoula

chermoulaDam- und Herrschaften, endlich ist's heiß. Jawohl. So war's bestellt - eigentlich schon des Längeren, aber ab und zu fehlt es den genussmousse-Wünschen an Durchschlagskraft bei Petrus. Sei's drum, nun hat er ja gefolgt (ein bisschen Bitten und Betteln hat er offenbar ganz gern). Und wir können uns der Küche heißerer Gegenden widmen. Heute auf dem Programm: Chermoula - eine geschmacklich unglaublich runde Würzpaste, die sich für ganz unterschiedliche Gerichte und Zubereitungen eignet: Huhn, Fisch, Gemüse - einfach alles kann damit veredelt werden. Was den Italienern ihr Pesto, der Thaiküche und Indien diverse Currymischungen, ist den Nordafrikanern ihre Chermoula. Es dürfte davon ebensoviele Varianten und Versionen wie KöchInnen geben. Wir stellen heute ein Rezept vor, das uns vor einigen Jahren in einer Küche in der tunesischen Industrie- und Hafenstadt Sfax beigebracht worden war (der grandiosen Mme Jarraya sei's gedankt!).

Rezept:
Zutaten:
1 Bund frischer Cilantro (Korianderkraut)
1 Zehe Knoblauch
1 gehäufter EL Kreuzkümmelsamen
1 gehäufter EL Koriandersamen
1 gehäufter TL getrocknete Chiliflocken
1/2 TL Safranfäden
Saft einer Zitrone
Salz
Olivenöl

Zubereitung:
Safranfäden in den Zitronensaft einlegen. Kreuzkümmel- und Koriandersamen ohne Fett in einer Pfanne anrösten (Vorsicht: die Gewürze können schnell verbrennen!) - das holt den Geschmack erst so richtig hevor. Auskühlen lassen und im Mörser zerstoßen. Koriander ganz fein hacken (am besten geht das mit dem Zauberstab-Mixer) und mit den Gewürzen, ausreichend Salz, dem im Zitronensaft gelösten Safran, dem zerquetschten Knoblauch (schälen und mit einem breiten Messerrücken plattdrücken; wenn nötig, dann auch noch kleinhacken) sowie etwas Olivenöl vermischen. In ein sauberes, wiederverschließbares Gläschen füllen (nicht ganz bis zum Rand), mit Olivenöl bedecken und im Kühlschrank aufbewahren. Wann immer etwas von der so herrlich nach Nordafrika schmeckenden Chermoula verbraucht wird, die Paste wieder sorgfältig mit Olivenöl bedecken - so sollte sie schon ein paar Wochen haltbar sein.

Guten Appetit!

Freitag, 12. Juni 2009

Strohwitwenküche #2 - Sizilien lässt grüßen: Spinaci con uvetta e pinoli

spinacipinoliuvettaNun ist's so weit - der herr genussmousse hat sich aus Berufsgründen ein Wochenende lang verabschiedet (*schluchz*). Einfache, aber nicht weniger schmackhafte genussmousse-Küche ist die Folge: Siziliens grandiose Fusion aus arabischen und italienischen Einflüssen macht den heute gekochten Spinat zu etwas ganz Besonderem. Und natürlich hat dabei auch das herrliche Elixir der Insel, Marsala genannt, seinen Auftritt. Fazit: Ein einfaches, geschmacklich rundes und sehr gesundes Gericht (die hiermit verabreichte Menge an Folsäure wird alle Schwangeren samt heranwachsendem Nachwuchs freuen).

Rezept:
Zutaten:
350g Blattspinat
2 EL Olivenöl (kulinaria katastrophalia dürfen auch 3 oder mehr EL benützen)
2 EL Rosinen
3 EL Marsala secco
2 EL Pinoli
1 Zehe Knoblach
1 getrockneter, scharfer Peperoncino
Pfeffer, Salz

Zubereitung:
Rosinen rund eine halbe Stunde vorab in Marsala einlegen. Pinoli ohne Fett rösten, bis sie braune "Wangerl" bekommen. Spinat waschen und die harten Stiele entfernen. Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen und darin in Scheibchen geschnittenen Knoblauch sowie den zerdrückten Peperoncino braten bis der Knoblauch braun wird. Beides herausnehmen und die Marsala-Rosinen zugeben. Drei Minuten köcheln, nun auch den Spinat in die Pfanne geben und so lang schmoren, bis er zusammenfällt. Auf vorgewärmten Tellern anrichten, mit Salz, Pfeffer und den Pinoli bestreuen. Dazu passt hervorragend ein Glaserl Rotwein.

Guten Appetit!

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