Heute: Ohrenschmaus
Die genussmousse-crew MUSS heute eine neue Sucht teilen. Und zwar die nach dieser Stimme. Geschätzte LeserInnenschaft, genießen Sie!
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reibeisen - 7. Okt, 07:33
Kein Herbst ohne neue Apfelkuchenvariante. Dieses Mal in zugedeckelter, geheimnisbergender Form. Ein köstliches Geheimnis übrigens. Die Fülle besteht nämlich aus der besonders feinen Sorte Berner Rose, die wir regelmäßig bei einem superfreundlichen, supermitteilungsbedürftigen Herrn in der Innsbrucker Markthalle holen. Und der klärt nicht nur über die Apfelsorten auf, sondern auch über den Standort seiner Bäume, gibt Pflegehinweise, informiert über den richtigen Baumschnitt und weiß auch sonst allerhand. Was seine Frau, die nebenan einen Gemüsestand betreibt, regelmäßig zur Weißglut treibt. Dann keift sie mitten hinein in seine Gesprächigkeit. Unterbricht. Würgt ab. Um sich sodann wieder seelenruhig dem Tratsch mit einer ihrer Kundinnen zuzuwenden. Und er? Kümmert sich nicht weiter um die Unterbrechung. Bewahrt Contenance und Freundlichkeit. Und verkauft uns Jahr um Jahr die köstlichen Äpfel.
Die Zeit verrinnt. Neuerdings noch flotter als sonst. Kaum beginnt ein Monat, ist er auch schon wieder zu Ende. Kinder sind einfach ein unglaublicher Beschleunigungsfaktor. Da wollen Prioritäten gesetzt werden. Auch kochtechnisch. Ja, wir kochen noch. Eigentlich nicht weniger als zuvor (im Gegenteil, sogar noch mehr: schließlich will jetzt noch ein Familienmitglied verköstigt werden). Allerdings haben wir nur noch ganz selten die Muße, das Fabrizierte auch fotogen in Szene zu setzen und für den Blog festzuhalten. Aber hin & wieder gelingt's doch. Wie bei diesem Blumenkohlsalat (auf gut Österreichisch heißt das Karfiolsalat). Einem der Lieblingsrezepte aus einer ganzen Serie von Karfiolgerichten, mit denen wir in den vergangenen Tagen experimentiert haben.
Nach einem Tag, gefüllt mit der Produktion diverser Essig-Konserven für den nächsten Winter (hier in den Bergen herbstelt es bereits an manchen Tagen), braucht es süßen Ausgleich. Den gibt es heute in der Form von Kinderlieblingsessen: Griesschmarrn, nämlich. Mit Pfirsichkompott, eisgekühlt. Mmmmmhhh. Und kalorientechnisch durchaus etwas freundlicher zum Körper als Kaiserschmarrn (dem wir - wie bekannt sein dürfte - auch nicht gerade abgeneigt sind). Kommt der Grießschmarrn doch ganz ohne Eier aus. Auf Rosinen wollen wir freilich nicht verzichten. Wenngleich die zu den umstrittensten Zutaten diverser Schmarrn-Rezepte gehören. Gibt es doch fast ebensoviel überzeugte Anhänger-, wie GegnerInnen dieses "Fremdkörpers" in den unterschiedlichen Süßspeisen. Wir gehören zur ersten Gruppe. Und veredeln die Streitzutat auch noch mit einer ordentlichen Portion Rum. Und die Liebe? Ja, die kocht und isst im Hause genussmousse sowieso immer mit... ;-)
Im Hause genussmousse wird auch weiterhin an der Rehabilitierung des Kompotts gearbeitet. Dafür scheuen wir weder Mühen (nur die reifsten Früchte dürfen rein), noch Kosten (eh klar, was nicht unreif & lagerfähig angeliefert werden kann, kostet). Und schlemmen uns dann durch immer neu produzierte Pötte voll mit köstlichem Kompott. Unser aktueller Dauerbrenner: Pfirsichkompott. Das kann wirklich was. Solo; ganz pur. Oder mit einem Klacks Vanilleeis. Eisgekühlt jedenfalls - für die lauwarmen Sachen sind wir derzeit nicht so zu haben...
Kürzlich war es wieder so weit: Wir haben unseren alten Fiat vollgestopft (Unglaublich, was mensch mit Baby alles braucht. Da ist auf einmal nix mehr mit "Reisen mit leichtem Gepäck". Wir waren aufgeladen wie für eine Weltreise!) und sind gen Westen gegondelt. Familienbesuch am Bodensee stand auf dem Programm. Herrlich war's! Der Junior hat die Gesellschaft von Oma & Opa, Tantchen, Onkel und den Cousins so richtig genossen (wir sowieso - das versteht sich von selbst!). An einem der lauen Sommerabende lud die Tante/Schwägerin/Schwester zum Grillen. Die ganze Familie war versammelt unter dem großen Birnbaum im Garten vor dem Haus. Und tafelte köstlichst! Unter anderem war da ein sommerlicher, erfrischender & im Abgang - euphemistisch gesagt - pikanter Gurken-Melonensalat dabei, der das Prädikat "besonders wertvoll" verdient hat. Soooowas von gut. Deshalb sind wir der Meinung, dass das Rezept dazu, in leicht abgewandelter Form, der geschätzten Blog-LeserInnenschaft einfach zur Kenntnis gebracht werden MUSS. Zudem handelt es sich um unseren Beitrag zum Blogevent zum Thema Melone.
Bei der Hitze gibt's kaum Erfrischenderes als noch nicht allzu lang gelagerten Holundersekt. Selbst angesetzt, natürlich. Mit Holunderblüten vom Geheimplatzerl auf einer Waldlichtung eine knappe Stunde den Berg hinauf. Sorgfältig in der Flasche vergoren. Und im Kühlschrank auf angenehm kalte Trinktemperatur gebracht. Da lassen wir jeden Holundersirup dafür stehen (und den mögen wir - wie alles mit den feinen weißen Blüten - auch schon ziemlich gern). Wir sind freilich nicht die ersten, die die Qualitäten dieses Getränks zu schätzen wissen: Einst lagerte im Keller des Kindheitshauses von frau genussmousse Flasche um Flasche voll mit dem kostbaren Sommerelixier. Und da der Urgroßvater auch einen etwas höheren Alkoholgehalt zu schätzen wusste, warteten die Flaschen oft bis Weihnachten, bevor sie mit einem gekonntem "Plopp" geöffnet wurden. Das war freilich nicht das einzige, für den Hollersekt typische Geräusch. Immer wieder zerriss, wie in der Familie gerne erzählt wurde, ein ohrenbetäubender Knall die oft friedliche Stille. Das darauf folgende traurige Geklirr machte klar, was geschehen war: Damals wurde der Sekt nämlich in Glasflaschen hergestellt. Die eine oder andere davon hielt dem Gärprozess einfach nicht stand und explodierte. Woraufhin der arme Urgroßvater leise trauernd die Scherben des Sektunglücks beseitigte. Deshalb merke: Wer heute Hollersekt produziert, benutzt Plastikflaschen. Etwaige Kollateralschäden lassen sich dadurch drastisch reduzieren!
Und weiter geht's mit neuen Backberichten aus der genussmousse-Küche: Langsam ebbt der Besucherstrom zwar ein wenig ab (wir haben zwar noch lange nicht alle durch, aber uns geht langsam die Puste aus), der Backofen glüht jedoch weiter vor sich hin. Woran das liegt? Ganz einfach. Wir sind auf den Geschmack gekommen. Herr genussmousse war ja sowieso immer schon für Süßes zu begeistern. Frau genussmousse konnte dem Süßzeuguniversum ehedem nicht ganz soviel abgewinnen. Schwangerschaft, Stillen, die Gewöhnung oder was immer sind jetzt jedenfalls dafür verantwortlich, dass nun auch die Frau des Hauses gar nicht genug kriegen kann, wenn's um Schokolade, Zuckerhaltiges und Konsorten geht. Und so wird hier jetzt auch dann gebacken, wenn niemand vor der Türe steht.