[>>]

Ripperl asiatisch mit süß-saurem Kürbis & Reis

Ripperl asiatischEigentlich kurios: Während das Lebensmittelangebot immer breiter wird, scheint eine handvoll von Zutaten die Speisezettel der meisten Haushalte zu dominieren. Sommergemüse wie Tomaten & Paprikaschoten haben beispielsweise den heimischen Gemüsen längst den Rang abgelaufen (das Thema hatten wir ja kürzlich schon). Und auch an der Fleischfront macht sich Vereinheitlichung breit: Gekauft werden Filets, Karrees, Schnitzelfleisch, vom Geflügel bloß noch die Brust (wie etwa die der armen, hochgezüchteten Puten). Hauptsache mager, nicht durchzogen und - schnell zuzubereiten. Fernsehkochformate, die nicht länger als werbetaugliche 45 Minuten dauern, tun das ihre zu dieser Entwicklung. Da wird kein Schopf, kein Bauch, kein Wadschinken, kein Wangerl und keine Ripperl verarbeitet. Kurz gebratene Filetstückerl - sie scheinen das Fleischuniversum des noch recht jungen 21. Jahrhunderts auszumachen. Wie ärmlich! Kein Vergleich zum Variantenreichtum der altösterreichischen Kochbibeln (Sacher, Hess, Prato). Aber mensch muss nicht mal sonderlich traditionell kochen, um auch etwas andere Fleischteile geschmackvoll zuzubereiten. Die asiatischen Küchen könnten als moderne Wegweiser für all jene dienen, die nicht sonderlich auf Althergebrachtes stehen. Deshalb: Heute hier mal Ripperl. Asiatisch.

Rezept:
Zutaten:
Für die Marinade:
1 EL dunkle Sojasauce
2 El Reisessig
3 cm frischer Ingwer, gerieben
1 Frühlingszwieberl, fein gehackt
2 Zehen Knoblauch, in grobe Stücke geschnitten
2 getrocknete Chilies, in grobe Stücke gehackt
1 EL Honig
1 EL Rohrzucker
3 Sternanis-Sterne
Salz

Für die Sauce:
die Reste der Marinade
3 EL Sherry, trocken
2 EL Honig
1 EL dunkle Sojasauce
1 EL Ketchup
Salz

Für das Kürbisgemüse:
250g Muskatkürbis ohne Schale und Kerne
1 Schalotte
1 EL Zucker
3 EL Weißweinessig
Butter
Salz

Ripperl, Basmati-Reis

Zubereitung:
Am Vorabend (oder am Morgen) Ripperl 5 Minuten in kochendem Wasser blanchieren, kalt abschrecken und trockentupfen. Aus allen Marinadezutaten eine Sauce rühren und die Ripperl darin einlegen (das geht am besten in Tiefkühlplastiksackerl). Im Kühlschrank mindestens acht Stunden marinieren, dabei immer wieder mal wenden. Herausnehmen und auf dem Rost im Backrohr zunächst bei 170° C Umluft (190° C normal) rund 30 bis 40 Minuten braten, anschließend noch 5 Minuten grillen. Restliche Marinade mit Sherry und den weiteren Saucenzutaten aufkochen, rund 5 Minuten köcheln lassen (wenn die Sauce zu dick wird, etwas Wasser zugeben), durch ein Sieb gießen und warm halten. Reis aufstellen und Kürbisgemüse zubereiten: Schalotte hacken, den Kürbis in Würferl schneiden. Butter in einer Pfanne erhitzen, Schalotte anbraten. Wenn sie Farbe nimmt, Zucker zugeben und kurz darauf auch die Kürbiswürferl. Die werden nun unter Rühren gebraten, bis sie fast bissfest sind. Nun den Essig zugeben, rühren und die Flüssigkeit weitgehend verdampfen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Auf vorgewärmten Tellern servieren.

Guten Appetit!
Bolliskitchen (Gast) - 8. Nov, 11:36

Gedankenübertragung, schon seit Tagen schweben mit Spare Ribs im Kopf herum, jetzt gibt's die bei Euch!

Heidi (Gast) - 8. Nov, 22:55

Jaaa! Ripperl, das wär mal wieder was.... nichtmal asiatisch sondern ganz normal mit viel Knoblauch!

Eline (Gast) - 9. Nov, 13:04

Diese Verarmung und Reduzierung gibt es auch bei Fisch: regionale Süsswasserfische führen ein Schattendasein neben Victoriabarsch, Pangasius, Jakobsmuschel und Garnele. Wen man Speisekarten von Restaurants liest, weiss man immer, was gerade in den Gastronomiegrossmärkten im "Angebot" ist. Derzeit haben alle, die etwas feiner sein wollen, frische Wasabiwurzel. Nix mehr mit frisch ausgegrabenem Kren!
Asiatische Ripperl gibt es bei uns gerne im Sommer vom Grill, bevorzugt koreanisch mit etwas geriebener Birne in der sonst sehr ähnlichen Marinade.

lamiacucina - 9. Nov, 13:31

Die asiatischen Küchen werden bestimmt noch von der Kurzbraterei der TV-köche vereinnahmt.

Isi (Gast) - 10. Nov, 08:28

Das schaut aber schön aus... Ripperl find ich klasse, asiatisch habe ich sie noch nie probiert. Würde mir aber bestimmt schmecken. Sternanis habe ich auch noch übrig :-)

tobias kocht! (Gast) - 12. Nov, 18:43

Kürbis asiatisch, sehr fein. Ripperl mag ich in jeder Form.

Die Rippchen sind fürwahr etwas seltener geworden in den Auslagen der Supermärkte; aber diese konzentrieren sich auch vornehmlich auf einfach verpackte Ware, die möglichst billig sein muss.
Richtige Metzgereien gibt es ja kaum noch, da bleibt oftmals auch nur der Weg, aus den vorhandenen Beständen den Kocherfolg zu zelebrieren.

Trackback URL:
http://genussmousse.twoday.net/stories/6031477/modTrackback

aktuelle kommentare

Hmmm...das ist ein wirklich...
Hmmm...das ist ein wirklich gute Anregung. Zugegebenermaßen...
Horst (Gast) - 9. Feb, 18:06
Das sieht echt lecker...
Das sieht echt lecker aus. Aber die Orangen sind aus...
Antonio (Gast) - 9. Feb, 15:07
Danke für das Rezept....
Danke für das Rezept. Habe es meiner Frau gezeigt...
Klaus Pitter-Kilfitt (Gast) - 7. Feb, 22:50
Nicht angeblich, sondern...
Nicht angeblich, sondern legendär! Die Buchteln...
Entegut (Gast) - 6. Feb, 23:41
Die sehen echt lecker...
Die sehen echt lecker aus. Ich bekomm während...
Toby Müller (Gast) - 6. Feb, 21:57
Das Rezept erinnert mich...
Das Rezept erinnert mich wieder daran, dass ich mir...
Evi (Gast) - 31. Jan, 12:26
Leckere Kombination!
Leckere Kombination!
tobias kocht! (Gast) - 30. Jan, 23:29

User Status

Du bist nicht angemeldet.

kontakt

genussmousse(at)gmx.at

Suche

 

Status

Online seit 1131 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 9. Feb, 18:06

Credits

vi knallgrau GmbH

powered by Antville powered by Helma


xml version of this page

twoday.net AGB

besucherInnen seit juni '07: