soups (auch viel veggie)

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Sprossenkohlsuppe mit Zitronen-Sauerrahm

SprossenkohlsuppeVor einiger Zeit haben wir - wie auch Robert von lamiacucina - bei Ilka und Ulli von RezkonvSuite eine verlockende Rosenkohlsuppe entdeckt und sofort auf unsere Nachkochliste gesetzt. Anders als die beiden haben wir aber nicht mit Rindersuppe, sondern mit Kalbsbouillon gearbeitet und ihre Thymiansahne haben wir durch einen mit Zitrone aromatisierten Sauerrahm-Klecks ersetzt. Ein sehr feines Süppchen - durchaus empfehlenswert. Und dabei auch noch mit heimischem Gemüse, direkt von der Marktfrau, hergestellt.

Rezept:
Zutaten:
800 g Sprossenkohl
750 ml Kalbsbouillon
1 walnussgroßes Stück Butter
1 Prise Zucker
Salz
Peffer
4 EL Sauerrahm
Schale einer Zitrone
Saft einer halben Zitrone

Zubereitung:
Sprossenkohl putzen, Stängel kreuzförmig einschneiden und ein paar von den äußeren, schönen Blättern ablösen. Butter in einem großen Topf aufschäumen lassen, Sprossenkohl (samt losen Blättern) und den Zucker hineingeben und unter Rühren möglichst gleichmäßig anbraten. Nun die äußeren Blätter herausnehmen und in eiskaltem Wasser abschrecken. Die restlichen Kohlsprossen mit der erwärmten Bouillon aufgießen und köcheln. Anschließend mit dem Stabmixer pürieren, 1 EL Sauerrahm, Salz und Pfeffer dazugeben. Restlichen Sauerrahm mit Salz, Pfeffer, dem Saft und der Schale der Zitrone vermischen. Suppe in vorgewärmte Schälchen oder Teller füllen, die einzelnen Blätter hineingeben und mit je einem Sauerrahmklecks verzieren.

Guten Appetit!

Mittwoch, 28. November 2007

Pastinakensuppe mit gerösteten Haselnüssen

PastinakensuppeWarum in die Ferne schweifen...? Es ist schon erstaunlich, wie reichhaltig das heimische Gemüseangebot auch zu dieser Jahreszeit eigentlich ist. Viele unserer "alten" Feldfrüchte sind allerdings in den vergangenen Jahrzehnten in Vergessenheit geraten. In den Küchen des Nachkriegswirtschaftswunders galt es schlicht als wenig chic, mit Schwarzwurzeln, Pastinaken oder Kohl zu kochen. Doch das Streben nach der Exotik auf dem Teller hat seine Grenzen. Zunehmend werden auch traditionelle Gemüse wieder interessant. Und auch wir verfolgen in diesem Herbst das Projekt, möglichst viele der im Winter verfügbaren, hierzulande wachsenden Feldfrüchte zu verarbeiten. Wie zum Beispiel die süßlich-nussigen Pastinaken, aus denen wir dieses wärmende Süppchen gebraut haben:

Rezept:
Zutaten:
4 große Pastinaken
1 l Gemüsebrühe
80 ml Sahne
1 Schalotte
etwas Butter
Salz, Pfeffer
1 handvoll Haselnüsse
frischer Thymian zum Dekorieren

Zubereitung:
Schalotte fein hacken und in etwas Butter glasig anschwitzen. Gewaschene und oberflächlich geschälte Pastinaken in Stücke schneiden und dazugeben. Unter Rühren anbraten, mit der Gemüsebrühe ablöschen. Köcheln, bis die Pastinaken weich sind. Dann mit dem Stabmixer pürieren, Sahne dazugeben, nochmals durchmixen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Haselnüsse in hauchdünne Scheiben schneiden und ohne Fett in einer Pfanne anrösten. Suppe in vorgewärmte Schüsserl füllen, mit den Haselnüssen bestreuen und mit einem Zweig Thymian dekorieren.

Guten Appetit!

Dienstag, 13. November 2007

Linsensuppe mit Kokosmilch und Cashewnüssen

Linsensuppe mit Kokosmilch und CashewnüssenEine ganze Zeit lang galten Suppen ja als ziemlich un-chic. Dass das nun vorbei ist, zeigt sich nicht zuletzt am steigenden Suppenangebot in den In-Beizen unserer Städte. Anderswo hat man/frau aber auch ohne die Mithilfe von Trendgurus immer gewusst, dass Suppen ziemlich gut tun. Vor allem im düster nass-kalten Spätherbst. Da gehört auch bei uns das löffelfertig zubereitete Futter zu unseren absoluten Rennern. Anleihen dafür holen wir uns von überall her. Wie etwa aus Indien, dessen Küchentraditionen unsere heutige Suppe aus roten Linsen und Kokosmilch, verfeinert mit gerösteten Cashwenüssen und frischer Minze, inspiriert haben.

Rezept:
Zutaten:
200g rote Linsen
1 gelbe Zwiebel
3 cm langes Ingwerstück
2 frische, rote Chilischoten
1 l Hühnerbrühe
250 ml Kokosmilch
1/2 TL Kreuzkümmelsamen
1/4 TL Bockshornkleesamen
1 EL Erdnussöl
1 TL Gelbwurzpulver
1 TL Madras-Curry
1/2 TL gemahlener Koriander
1 handvoll Cashewnüsse
ein paar frische Minzblätter
evtl. eine Stück rote Paprika in hauchdünnen Streifen

Zubereitung:
Zwiebel fein hacken und im Erdnussöl glasig anschwitzen. Entkernte und in feine Ringe geschnittene Chilis sowie den möglichst klein geschnippelten Ingwer dazugeben und mitbraten. Dann Kreuzkümmelsamen und Bockhornklee zugeben - unter Rühren rund zwei Minuten nochmals braten. Nun die Gewürzpulver einstreuen, durchrühren, die gewaschenen Linsen dazugeben und mit der Hühnerbrühe aufgießen. Rund 10 Minuten kochen, anschließend ca. 3/4 der Kokosmilch hineinschütten. Köcheln, bis die Linsen so weich sind, dass sie zu zerfallen beginnen. Nun restliche Kokosmilch unterrühren, in vorgewärmte Suppenschüsserl bzw. -teller füllen und mit angerösteten Cashewkernen, geschnittener Minze und - fakultativ - roten Paprikastreifen bestreuen.

Guten Appetit!

Sonntag, 28. Oktober 2007

Rote Rüben-Suppe mit Kren

Rote Rüben-Suppe mit KrenAllenthalben bricht die Erkältungsepidemie los. Dem kann aber vorgebeugt werden, auch mit dem richtigen Futter. Rote Rüben zum Beispiel, werden gemeinhin ja überhaupt unterschätzt. Die weinroten Knollen sollen aber, haben wir kürzlich hier gelesen, sogar gegen Grippe helfen. Wie immer dem auch sein mag - sie schmecken fein. Ganz besonders gut passt übrigens Kren, zu dt. Meerrettich, zu den Roten Rüben (bei uns auch: Rohnen). Die Süße der Rüben kommt durch die frische Schärfe der Krenwurzel erst so richtig zur Geltung. Eine Kombination, die wir auch im Suppenschüsserl mögen.

Rezept:
Zutaten:
1 kleine Zwiebel
1 Kartoffel
1 Karotte
3 Rote Rüben
1 l Gemüsebrühe
1 Lorbeerblatt
etwas Butter
1 TL Kümmel, gemahlen
Sauerrahm
Kren
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Zwiebel schälen, fein hacken, ebenso die Kartoffel und die Roten Rüben (Küchenhandschuhe empfehlen sich beim Hantieren mit diesem Gemüse - sein Saft färbt nämlich ziemlich intensiv). Auch die Karotte kleinschnippeln. Zwiebel in etwas Butter anziehen lassen bis sie glasig ist, Kümmel darunterrühren, Karotte, Kartoffel und Rote Rüben dazugeben und mit der heißen Gemüsebrühe aufgießen. Lorbeerblatt zur Suppe geben. Kochen, bis die Gemüse weich sind, Lorbeerblatt wieder entfernen. Dann mit dem Stabmixer pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit einem Löfferl Sauerrahm und frisch geriebenem Kren servieren.

Guten Appetit!

Sonntag, 7. Oktober 2007

Minestrone "genussmousse"

MinestroneMinestrone-Varianten gibt es unzählige. Vermutlich so viele, wie es auf der Apeninnenhalbinsel Köche bzw. Köchinnen gibt. Natürlich haben wir auch eine genussmousse-Version der beliebten Gemüsesuppe auf Lager. Und die eignet sich auch für Veggies, denn wir verzichten - anders als viele Originalrezepte - auf's Aromatisieren mit Hilfe von Bauchspeck und vertrauen ganz auf den Eigengeschmack der verwendeten Gemüse. Vegan ist die Suppe freilich auch bei uns nicht, denn damit's so richtig schmeckt, wird auch bei uns Parmesan dazu gereicht.

Rezept:
Zutaten:
1 gelbe Zwiebel
3 Tomaten
1 kleiner Zucchino
1 mittelgroße Karotte
1 Stängel Stangensellerie
1 handvoll Fisolen (in D: grüne Bohnen)
1/2 Kohlrabi
1 eher große Kartoffel
ein paar Karfiol-Röschen (in D: Blumenkohl-Röschen)
3 Stängel frischer Thymian
1 Lorbeerblatt
Salz, Pfeffer
Olivenöl
Parmesan/Grana
Pasta secca nach Wahl: wir mögen Rotelline von De Cecco

Zubereitung:
Gemüse putzen und in bissgerechte Stücke schnippeln. Olivenöl in einem großen Topf erhitzen, darin Zwiebel glasig anschwitzen und die Tomatenstücke zugeben. Unter Rühren kurz braten. Dann Kartoffel-, Fisolen-, Karotten-, Kohlrabi- und Stangenselleriestücke zugeben und mit rund einem Liter kochendem Wasser aufgießen. Nun kommen auch Thymian und Lorbeerblatt dazu. Circa zehn Minuten köcheln lassen und dann Zucchino sowie Karfiol in die Suppe geben, salzen und pfeffern. Bei leiser Hitze in etwa eine Stunde lang mehr garziehen als kochen lassen. Thymianstängel und Lorbeerblatt wieder entfernen. Die inzwischen extra al dente gekochte Pasta in Suppenschüsselchen füllen, Suppe darauf schöpfen und mit reichlich Parmesan und frischem Weißbrot servieren.

Guten Appetit!

Dienstag, 18. September 2007

Zuppa di fagioli - Toskanische Bohnensuppe

Zuppa di FagioliMit einem Suppenrezept geht es nun auch wieder weiter. Wir melden uns hiermit aus der Urlaubspause zurück und brauen aus den aus Italien mitgebrachten frischen Borlotti-Böhnchen ein Supperl für kalte Tage. Da uns die WettergöttInnen derzeit ja nicht gerade verwöhnen, genau das Richtige, um wieder Wärme in die abgekühlten Knochen zu kriegen. Unser heute vorgestelltes Bohnensüppchen köchelte schon den ganzen Tag über auf kleiner Gasflamme vor sich hin und hat uns noch mit seinen Düften eingeheizt. Und nach dem Verzehr ist uns jetzt so richtig und rundum wohlig warm.

Rezept:
Zutaten:
1,2 kg frische Borlotti-Bohnen (Gewichtsangabe noch vor dem Auspulen der kostbaren Kerne)
1 Stück Pancetta (Bauchspeck)
1 Stängel vom Stangensellerie
1 Karotte
1 gelbe Zwiebel
1 Stängel Rosmarin
1 Lorbeerblatt
2 Tomaten
1 Zehe Knoblauch
1 Peperoncino
2 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
Parmesan zum Servieren

Zubereitung:
Borlotti sorgfältig aus der Schale pulen. Zwiebel schälen und halbieren, auch die Karotte schälen und in drei bis vier große Stücke schneiden, ebenso den Selleriestängel. Pancetta, Zwiebel, Karotten- und Selleriestücke in einem großen Topf anrösten bis das Gemüse Farbe nimmt. Nun die ausgelösten Borlottibohnen den Rosmarinstängel sowie das Lorbeerblatt dazugeben und mit kochendem Wasser aufgießen (die Bohnen sollen während des gesamten Kochvorgangs mit Wasser bedeckt sein). Auf kleiner Flamme mindestens zwei Stunden vor sich hin köcheln lassen (die Suppe wird umso besser, je länger sie simmert). Vor dem Servieren die Gemüsestücke, die Pancetta sowie die Gewürze wieder entfernen und die Bohnen mit dem Stabmixer grob (es sollen noch einzelne Bohnen im Ganzen erhalten bleiben) pürieren. In einer Pfanne Olivenöl erhitzen, darin den Peperoncino und die in Scheiben geschnippelte Knoblauchzehe anbraten. Knoblauch wieder entfernen bevor er braun wird. Nun die geschälten und in Stücke gehackten Tomaten dazugeben, kurz mitbraten. Suppe in vorgewärmte Schüsserl/Teller schöpfen und mit der Tomaten-Olivenöl-Mischung beträufeln. Mit frisch geriebenem Parmesan servieren.

Guten Appetit!

Donnerstag, 6. September 2007

Topinamburschaumsüppchen mit Zimtcroutons

Topinamburschaumsüppchen mit ZimtcroutonsAls wahre Suppenfans wollen natürlich auch wir ein Rezept zum Blog-Event Sommersuppen beitragen (an dieser Stelle gleich ein großes Dankeschön an Ilka und Ulli von rezkonvsuite für's Ausrichten des Events). Dafür unterbrechen wir heute nun sogar kurzzeitig unser urlaubsbedingtes Schweigen und präsentieren ein spätsommerliches Topinamburschaumsüppchen. Die lustig anzusehenden Knollen reifen hierzulande meist im September (davor erfreut uns die Pflanze mit hübschen, gelben Blüten). Da sie als ebenso ballast- wie mineralstoffreich und dabei besonders kalorienarm gilt, wird die Topinambur in der gesunden Küche sehr geschätzt. Aber auch die haute cuisine entdeckt zunehmend ihre Vorteile und verarbeitet die nussig und leicht rauchig schmeckenden Topinamburknollen zu Pürees oder eben auch Suppen.

Blog-Event XXVII: SommersuppenRezept:
Zutaten:
Für die Suppe:
400g Topinambur
1 Zwiebel
1/8l Kalbsfond
1/16l Sahne
1 Prise Zucker
1 Gewürznelke
Salz, Pfeffer, Muskatnuss

Für die Croutons:
ein paar Scheiben altes Weißbrot
etwas Butter
1 TL Zimt
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Topinambur mit einem Bürstchen unter fließendem Wasser sehr sauber putzen und in grobe Würferl schnippeln. Zwiebel fein hacken und in etwas Butter glasig anschwitzen, dann die Zuckerprise dazu und etwas anbraten. Wenn die Zwiebeln Farbe nehmen, die Topinamburwürfel dazugeben und unter Rühren rundum anbraten. Mit dem Kalbsfond und etwas heißem Wasser (die Topinamburwürfel sollten gut bedeckt sein) aufgießen. Gewürznelke dazugeben und köcheln, bis das Gemüse weich ist. Unterdessen Butter in einer Pfanne erhitzen. Darin das in Würfel geschnittene Brot anbraten, zu dem man/frau vorher den Zimt, Salz und Pfeffer gegeben hat. Die Nelke aus der Suppe wieder entfernen und die Topinamburwürfel mit dem Stabmixer pürieren. Sahne zugeben, mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken. Weiter mit dem Mixer schlagen bis die Suppe schaumig wird. In vorgewärmten Schüsserln, bestreut mit den Zimtcroutons, servieren. Dazu passt ein fruchtiger Weißwein.

Guten Appetit!

Freitag, 17. August 2007

Gelbe Paprikasuppe mit Safran und Pinoli

Gelbe Paprikasuppe mit SafranPaprika sind Beeren (ja, richtig gelesen - botanisch handelt es sich bei Paprika streng genommen um Beeren und nicht um Schoten, wie der Volksmund das nahelegt), diese Früchte des Nachtschattengewächses also sind Beeren mit interessanter Gestalt. Denn wie, so fragt der/die aufmerksame BeobachterIn, kommt die Luft in die Paprika? Die Außenhaut der Paprika hat winzige, mit freiem Auge nicht erkennbare Schlitze, über die sie Luft aufnimmmt. Im Zuge der lebensnotwendigen Photosynthese entstehen dann Abfallgase, welche die Frucht in ihrem Inneren deponiert. Uns ist dieser komplexe Vorgang gemeinhin ja ziemlich egal. Interessant ist vor allem, dass Paprika unglaublich gut schmecken. Neben dem Garten-Koch-Event zum Thema Paprika ein guter Grund, uns in der Küche wieder mal der Paprika zu widmen.

Rezept:
Zutaten:Garten-Koch-Event: Bell Peppers - Paprika
2 gelbe Paprika
1 Schalotte
1 Zehe Knoblauch
2 TL brauner Zucker
1 TL gemahlene peperoncini
60 ml Sahne
1 Messerspitze voll Safranfäden
3 EL Pinoli (Pinienkerne)
Butter
Salz

Für die Dekoration:
Pro Portion 1 Rosmarinstängel
1 TL Sauerrahm
statt des Sauerrahms auch möglich:
zwei bis drei Tropfen Kürbiskernöl

Zubereitung:
Schalotte sehr fein hacken, mit dem Knoblauch gleich verfahren. Schalotte in etwas Butter glasig anschwitzen, dann den Knoblauch mitbraten. Bevor der Knoblauch braun wird (Achtung: dann wird er nämlich bitter), mit dem Zucker bestreuen. Zucker zerlaufen lassen, anschließend in Stücke geschnittene Paprika zugeben. Dünsten, bis die Paprika weich ist, peperoncino-Pulver zugeben, mit Wasser aufgießen und zum Kochen bringen. Nach rund 3 Minuten mit dem Stabmixer pürieren, durch ein feines Sieb streichen (damit die feinen Schalenteile zurückbleiben). Zurück in den Topf geben und mit der Sahne, in der man/frau die Safranfäden eingeweicht hat, vermischen. Salzen und mit dem Mixer schaumig rühren. Pinoli ohne Fett in einer Pfanne anrösten, bis sie schön braun werden. Suppe in vorgewärmte Schüsserl geben, einen Klecks Sauerrahm dazu, mit dem Rosmarin dekorieren und mit den Pinienkernen bestreuen.

Guten Appetit!

Sonntag, 5. August 2007

Grießnockerlsuppe und über's Hahntennjoch in's Lechtal

Grießnockerl in BouillonNach einem anstrengenden Tag ist ein warmes Supperl genau das Richtige. Ja, auch im Sommer. Denn, wie schon unsere Großmütter wussten: "Das hält Leib und Seele zusammen!" Wie recht sie doch hatten. Nach einem abwechslungsreichen und interessanten Ausflug ins Lechtal (siehe unten) waren wir heute eindeutig wieder mal in Suppenstimmung. Im Laufe des Tages sind nämlich zahllose Eindrücke auf uns eingestürmt: Faszinierende Bergwelten, der Duft von frisch geschnittenem Heu, die Hitze der spätsommerlichen Mittagssonne, das Zirpen der Grillen (abwechselnd mit dem Brummen ganzer Massen von Motorrädern) und das Rauschen des Lechs. Das alles galt es nach der abendlichen Heimkehr zu verarbeiten. Und dabei half uns eine feine, schnell und einfach zubereitete Grießnockerlsuppe.

Rezept:
Zutaten:
120 g Weizengrieß (grob)
60 g Butter
1 Ei
Muskatnuss
Salz

Zubereitung:
Butter schmelzen, Muskatnuss dazureiben, salzen und schaumig rühren. Dann das Ei zugeben und mit dem Schneebesen weiter gut durchrühren. Nun den Grieß einrieseln lassen, untermengen und die Masse rund fünf Minuten zum Rasten beiseite stellen. Dann mit zwei Esslöffeln (die man/frau vorher mit Öl beträufelt hat, sodass nichts daran kleben bleibt) Nockerl ausstechen und formen und auf einen geölten Teller legen. Der wird für rund 15 Minuten in den Kühlschrank gestellt. Anschließend die Nockerl in siedendem Salzwasser 20 Minuten lang garziehen lassen. In heißer Rinderbouillon und mit frischem Schnittlauch bestreut servieren.

Über's Hahntennjoch in's Lechtal:
Hahntennjoch am MorgenVon Imst, im Tiroler Oberland gelegen, führt eine kurvenreiche Straße auf das 1.894 Meter hohe Hahntennjoch. Es bildet einen jener Übergänge aus dem Inn- ins Lechtal, die schon seit Urzeiten von den Menschen dieser Region benutzt werden. Die satten Almmatten auf den Geröllkegeln links und rechts der Bergstraße ins Bschlaber Tal ziehen nämlich seit jeher die Bauern aus der Gegend rund um Imst an. Sie fanden hier wertvolles Futter für ihr Vieh. Von Imst aus nahm wohl einst auch die Besiedelung des Tals ihren Ausgang. Seit 1969 gibt es nun die Straße auf den Pass, die allerdings im Winter gesperrt ist. Umso befahrener ist die Strecke freilich in den Sommermonaten (in denen jedoch - nach heftigen Regenfällen - so manche Mure die Straße unpassierbar machen kann): Vor allem unter MotorradfahrerInnen scheint sie besonders beliebt. So mancheR von ihnen verwechselt die kurvenreiche Route jedoch mit einer Rennstrecke - nicht ganz ungefährlich!

Fenster in PfafflarEtwas weiter taleinwärts liegt, auf 1.619 Metern Höhe, der Weiler Pfafflar. Der kleine Ort ist heute nur noch von Juni bis November besiedelt. In den kalten Wintermonaten fliehen die Bewohner in tiefere Tallagen. Dann bleiben nämlich auch die Touristen aus, die heute für Geldsegen entlang der beliebten Ausflugsstrecke sorgen. Als die Menschen hier noch hauptsächlich von der Landwirtschaft lebten, war Pfafflar vermutlich als eine der ältesten Dauersiedlungen Tirols gegründet worden. Der Name es Ortes deutet übrigens auf die traditionelle Haupteinnahmequelle seiner Einwohner hin: Er dürfte sich vom Lateinischen "pabulum" (Futter) ableiten.

BodenEinige Kehren weiter unten, taucht plötzlich Boden auf. Der idyllische Ort, ebenso wie das etwas tiefer liegende Bschlabs, aus ehemaligen Almen entstanden, verfügt immerhin über eine kleine Kirche mit barocker Innenausstattung und einen gar nicht so kleinen Gasthof. Auch hier dominiert die für das Bschlaber Tal so typische Bauweise: Die alten Höfe wurden in Blockbauweise errichtet. Und zwar aus Holz, ohne einen einzigen Nagel! Die Klussen zwischen den roh behauenen Baumstämmen, die die Aussenwände der Häuser bilden, wurden mit einem Lehm-Häcksel-Gemischt gestopft. Eine ebenso malerische, wie effiziente Dämmmethode.

Schnitzerei in ElbigenalpNach einigem Gekurve im Lechtal angekommen, muss man sich entscheiden. Folgt man der Straße linkerhand, geht es immer weiter taleinwärts, bis man schließlich nach einem neuerlichen Anstieg im noblen Winter-Skiort Lech ankommt. Auf dem Weg dorthin liegt Elbigenalp, das nicht zuletzt aufgrund seiner Schnitzschule, in der Bildhauer, Vergolder und Schildermaler ausgebildet wurden, Berühmtheit erlangt hat. Die zahllosen Holzskulpturen im Ortsgebiet zeugen davon, dass das Dorf zu so etwas wie einem Zentrum für Schnitzerei geworden ist. Hier - in the middle of the alpine nowhere - ist auch die Firma kdg, Koch Digital Disc, zuhause. Ein Unternehmen, das zu den europäischen Marktführern in Herstellung und Vertrieb von CD's und DVD's gehört und das seinen Weg einst mit der Vermarktung volkstümlicher Musik begann.

Die mäandernden Auen des LechAber auch talauswärts lohnt die Fahrt. Am Rande der Gemeinde Forchach beginnt, wofür Naturschützer, Biologen und Ornithologen aus ganz Europa immer wieder hierher kommen: Die weitgehend unberührten Auen des Lech, der einer der wenigen Flüsse Mitteleuropas ist, der noch nicht durch Begradigungen oder Uferverbauungen sein usrpüngliches Gesicht verloren hat. Seine Zuflüsse bringen Schutt, Geröll und Steine aus den Bergen ringsum mit, die der Lech dann an seinen Ufern ablagert. Sie sind ein einzigartiger Lebensraum für seltene Pflanzenarten (wie etwa die Deutsche Tamariske) und Tiere (wie die Libelle Bileks Azurjungfer) und Brutgebiet für zahllose Vogelarten. Umweltschützer warnten in den vergangnen Jahren eindringlich vor der Zerstörung dieses Ökosystems: Heute sind die Lechauen ein Natura 2000-Gebiet und damit weitgehend vor gefährdenden Eingriffen durch den Menschen geschützt. Ein Ausflug hierher lohnt sich, allerdings sollte man durchaus mehr als bloß einen Tagesausflug einplanen.

Donnerstag, 26. Juli 2007

Cremige Zucchinisuppe

Zucchinicremesuppe fertigZucchini, Zucchini und nochmals Zucchini. Nein, noch stauben uns die Dinger nicht zu den Ohren raus (das wäre ja auch schwierig, schließlich ist das schmackhafte Gemüse alles andere als trocken). Weil in unseren Breiten gerade Zucchini-Zeit ist und wir das Grüngemüse, das zur Familie der Kürbisse gehört, wirklich gerne mögen, heute also noch eine Zubereitungsart dafür. Und dann - wir versprechen es - hören wir demnächst wieder auf mit dem Zucchini-Overkill. Es sei denn, wir können noch immer nicht genug davon kriegen. Was übrigens durchaus im Bereich des Möglichen liegt ...

Rezept:
Zutaten:
1 mittelgroßer Zucchino (oder zwei kleine)
1 mittelgroße Kartoffel
1 EL Sauerrahm
1/2 Zehe Knoblauch
Parmesan
1 handvoll Basilikumblätter
Muskatnuss
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Zucchino in grobe Würfel schneiden, Kartoffel schälen und in deutlich kleinere Stücke schnippeln. Gemeinsam in einen Topf geben, mit Wasser bedecken, etwas salzen und zum Kochen bringen. Köcheln, bis das Gemüse weich ist. Kleingehackten Knoblauch und Sauerrahm zugeben, mit frisch geriebener Muskatnuss und dem Pfeffer würzen. Mit einem Passierstab fein pürieren, wenn notwendig, nochmals mit Salz abschmecken. In vorgewärmte Schüsserl füllen und mit Parmesan und Basilikumblättern servieren.

Guten Appetit!

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