Donnerstag, 1. August 2013

Orientalische Karotten mit Minze, Pistazien & Schafskäse

Orientalisch ist grade sehr, sehr "in". In der Dining Section der NYT wird der Auslöser dieses Trends, die Kochbibel "Jerusalem" von Yotam Ottolenghi & Sami Tamimi, rauf und runter gelobt und gekocht. Auch in Österreichs "Wir sind die lifestyle-Auskenner"-Zeitung Der Standard. Da wollen wir natürlich nicht zurückstehen und verarbeiten junges, knackiges Wurzelgemüse aus den Tiroler Äckern zu marinierten Karotten mit orientalischer Note.

karottensalat

Rezept:
Zutaten:
1 kg Karotten
1 gute handvoll ungesalzene Pistazien
1 handvoll frischer Minzeblätter
100 g Feta
2 EL Karottenkochwasser
2 EL Olivenöl
1 TL Kreuzkümmel
1/2 TL Chilipulver
1 TL Honig
1 ordentlicher Spritzer Zitronensaft
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Karotten waschen, schälen und in mundgerechte Stücke schneiden. Kurz in Salzwasser blanchieren. Etwas Kochwasser, Honig, Öl, Zitronensaft und Gewürze verquirlen und mit den grob gehackten Pistazien sowie Minzeblättern unter die Karotten mengen. Rund eine Stunde ziehen lassen. Zum Servieren Feta in kleine Stücke zerbröseln und auf den Karotten anrichten.

Guten Appetit!

Montag, 15. Juli 2013

Crostini mit köstlich-grünem Erbsengatsch

Eine flotte Vorspeise, ein etwas anderes Mittagessen oder eine feine Ergänzung für's Picknick oder die Grillage: Der Erbsengatsch lässt sich problemlos vorbereiten, bleibt im Kühlschrank den ganzen Tag über frisch und das Crostini-Weißbrot schmeckt mit zartem Rauch-Odeur vom Holzkohlengrill sowieso unvergleichlich gut. Kurz zusammengefasst: Ein sommertaugliches Rezept.

erbsenpesto_crostini

Rezept:
Zutaten:
Rund 300g Erbsen (selbst ausgelöst oder aus dem Tiefkühlangebot)
40g Parmesan oder Grana
1 gute handvoll Cashewnüsse
Salz, Pfeffer

Petersilie, Pfirsichscheiben und Parmesanspäne für obendrauf
Weißbrot

Zubereitung:
Cashews und Parmesan in der Küchenmaschine schreddern. Erbsen kurz blanchieren, abgießen (ein bisschen Kochwasser aufheben) und mitschreddern. Achtung: Nicht ganz breiig machen, hier schmecken kleine Stückerl fein. Wenn nötig, etwas Erbsenkochwasser zugeben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Kurz ziehen lassen. Unterdessen Weißbrot in Scheiben schneiden und auf dem Grill anrösten. Erbsenpesto draufschmieren, mit Pfirsichscheiben, Parmesanspänen und Petersilienblättchen belegen. Wer mag, würzt nochmal mit Pfeffer obendrüber.

Guten Appetit!

Samstag, 6. Juli 2013

Sehr frühsommerlich: Couscous verde

Couscous ist im Haushalt genussmousse ein Sommeressen. Vor allem in seiner Instantvariante ist das Zeug hitzefreundlich, sättigend, vielseitig kombinierbar, unkompliziert und köstlich. Perfekt für den Sommer, der jetzt endlich Einzug hält. Heute mit viel Grün.

couscousgruen

Rezept:
Zutaten:
1l Hühnersuppe, hausgemacht
300g Couscous
1 walnussgroßes Stück Butter
200g Zuckerschoten
3 kleine Zucchini
200g gekochte Kichererbsen
1 handvoll geschnittene Minze und geschnittenen Schnittknoblauch
Salz, Pfeffer
Olivenöl und ein paar Spritzer Essig

Zubereitung:
Hühnersuppe zum Kochen bringen, Butter darin schmelzen, Couscous zugeben und unter Rühren kurz aufkochen. Zudecken und ziehen lassen. Unterdessen Zucchini in Scheiben schneiden und in wenig Fett rundum anbraten, geputzte Zuckerschoten zugeben und kurz mitbraten, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Lauwarmen Couscous mit Gemüse und Kichererbsen anrichten, mit den gehackten Kräutern bestreuen, etwas Olivenöl und Essig darüberträufeln.

Guten Appetit!

Montag, 1. Juli 2013

Sommerliche Erfrischung: Kirsch-Topfen-Torte

Kuchen im Sommer? Selbst, wenn mensch sommers den Backofen nicht ganz so gerne anwirft, gibt es gute Gründe, das dennoch zu tun: Etwa dann, wenn das Ergebnis eine erfrischende Fruchttorte ist. Direkt aus dem Kühlschrank. Weil: Die heute vorgestellte Kirsch-Topfen-Torte schmeckt gekühlt noch viel, viel besser!

kirschkuchen4

Rezept:
Zutaten:
Für den Teig:
200g Weizenmehl
125g eiskalte Butter
80 g Zucker
1 Prise Salz
2 EL Kirschlikör

Für die Topfencreme:
300g Topfen
250 ml Sahne
100 Staubzucker

Für den Belag:
800g Herzkirschen
1/4 l Wasser
7 EL Zucker
1 Packerl klares Tortengelee

Zubereitung:
Mehl mit Salz sieben, mit dem Zucker und der Butter zwischen den Fingern zu Bröseln zerreiben, Kirschlikör zugeben und schnell (der Teig darf nicht lang geknetet werden!) zu einer Mürbteigkugel formen. In Frischhaltefolie eingeschlagen mindestens eine Stunde im Kühlschrank rasten lassen. Unterdessen Kirschen entkernen und mit Zucker und Wasser aufkochen lassen. Saft abgießen und in einem Extrabehältnis auffangen. Kirschen zum Auskühlen beiseite stellen. Teig mindestens 15 Minuten vor dem Weiterverarbeiten aus dem Kühlschrank nehmen, dann rund auswalken und eine Springform damit auslegen (einen kleinen, etwa zwei Zentimeter hohen Rand formen). Im vorgeheizten Backofen bei 200°C eine knappe halbe Stunde blind backen, herausnehmen, auskühlen lassen. Unterdessen Topfen mit Staubzucker verrühren, Sahne schlagen und unterheben und in den ausgekühlten Mürbteigboden füllen. Mit den gut abgetropften Kirschen belegen. Kirschsaft mit Tortengelee verrühren, kurz aufkochen, kurz überkühlen und die Kirschtorte esslöffelweise damit beträufeln. Vor dem Servieren kalt stellen.

Guten Appetit!

Samstag, 8. Juni 2013

Off topic: Als der Lauch riss - ein Nachmittag mit dem Vienna Vegetable Orchestra

Gemüse kann vielseitig eingesetzt werden. Wie vielseitig, beweist seit 15 Jahren das Vegetable Orchestra. Die genussmousse-crew hat heute Nachmittag ein Konzert des Wiener Gemüseorchesters im Botanischen Garten (der runden Geburtstag feierte) besucht und war begeistert. Mit House-Klängen, über das Stück "Massacre du Printemps" (eine gemüsig-virtuose Interpretation des Ballettklassikers "Le sacre du printemps" von Igor Strawinskij) bis hin zu "Krautrock" bewies das Orchester, dass sich Gemüse auch akustisch nicht verstecken muss.

gemueseorchester1

Gespielt wurde ausschließlich auf Instrumenten, die mit Hilfe von Messern und Bohrmaschinen mit unterschiedlichen Bohraufsätzen aus Gemüsen hergestellt wurden. Ob Karottenflöten, Kürbistrommeln, Melanzani-Kastagnetten, Lauchviolinen oder Sellerie-&-Zucchini-Schlagwerke - die Musiker brauchen für die Herstellung der Instrumente eines rund einstündigen Konzerts knapp 150 kg Gemüse und rund zwei Arbeitsstunden. Und noch um einiges länger für den Soundcheck, wie eine Musikerin im Gespräch mit genussmousse verriet.

gemueseorchester2 Besonders actionreich wurde es heute beim nicht ganz ironiefreien Stück "Krautrock", für das die durchwegs schwarz gekleideten Musiker vier Krautköpfe mit Mikros versahen und so malträtierten, dass sich die Darbietung akustisch wirklich ziemlich nahe dem namensgebenden Original präsentierte. Kunstvolles Demolieren der Musikinstrumente à la Heavy Metal-Böse Buben inklusive.

Beeindruckend aber auch, wenn ein auf Platte gepresster Mitschnitt eines Karottenmusikstücks mit Hilfe eines Tonabnehmers/einer Tonnadel aus einer grünen Bohnenschote wiedergegeben und dazu mit Kürbispercussioninsturmenten und frisch geschnitzten Karottenflöten musiziert wird.

Dass bei Gemüsekonzerten nicht immer alles kalkulierbar ist und von den MusikerInnen viel Improvisationsgeist verlangt wird, zeigte sich auch heute: Ein frisch, während des performten Musikstücks geschnittener Lauch, der den Schluss-Plopp eines der Stücke intonieren sollte, riss im entscheidenden Moment. Fröhliches Gelächter in Publikum wie Orchester beendeten das nun ohne Ende dastehende Musikstück schließlich auf andere Weise.

Zeigt das Vienna Vegetable Orchestra gelassene Entspanntheit, was die Kalkulierbarkeit der Musikinstrumente angeht, nehmen die MusikerInnen ihre Musik indes sehr ernst. Das ist hörbar. Trotz ungewohnter Instrumentierung wird hier musikalisch höchste Qualität erzeugt. Doch davon, geschätzte LeserInnenschaft, überzeugen Sie sich am besten hier selbst. Eine amerikanische Fernseh-Dokumentation über das Vienna Vegetable Orchestra gibt übrigens auch einen sehr guten Eindruck davon, was KonzertbesucherInnen erwartet.

gemueseorchester3

Und noch ein Tipp am Schluss: Im Oktober ist das Wiener Gemüsorchester wieder in Innsbruck zu hören. Und zwar im Treibhaus. Ein exakteres Datum wird noch bekannt gegeben.

Freitag, 7. Juni 2013

Der Frühling am Teller: Frischkäseterrine mit Kräutern

Vor einigen Jahren gab's noch ganz viel Aktivität auf einem Blog aus dem noch weiteren Westen Österreichs, den wir sehr mochten. Ganz besonders angetan hatte es uns ein Rezept von einem Schafskäseparfait, das wir uns mir nichts dir nichts aneigneten, ein bissl umformten und zu "unserem" Rezept machten. Bereiten Sie, geschätzte LeserInnenschaft, beide Varianten zu. Genießen Sie die Unterschiede und erkennen Sie die Gemeinsamkeiten und huldigen Sie (so wie wir) dem Ideengeber. Danke und viel Spaß dabei!

kraeuterfrischkaeseterrine

Rezept:
Zutaten:
250g Feta
100g Topfen, 20% Fett
250g Sauerrahm
200 ml Sahne
2 handvoll frische Gartenkräuter (Bohnenkraut, Zitronenthymian, Rosmarin & Kerbel sowie etwas Schnittknoblauch)
Salz, Pfeffer
8 Blatt Bio-Gelatine

Zubereitung:
Gelatineblätter in kaltem Wasser einweichen (ca. 10 Minuten lang). Schafkäse & Topfen durch eine Kartoffelpresse drücken, mit dem Sauerrahm sowie den gewaschenen & fein geschnittenen Gartenkräutern vermischen. Salzen & pfeffern, Sahne schlagen, die Gelatine gut ausdrücken und in einem kleinen Töpfchen unter Rühren schmelzen. Etwas von der Schafkäsemischung unter die Gelatine rühren und dann, gemeinsam mit der Sahne, unter den Rest heben. In eine mit Küchenfolie ausgelegte Terrinenform füllen. Über Nacht (mindestens aber drei Stunden) im Kühlschrank kaltstellen. Mit Blattsalat, Spargel, etc. auf Tellern anrichten, wobei wir die gemüsigen Komponenten mit einer Vinaigrette aus süßem Senf, Olivenöl, Weißweinessig, Salz und Pfeffer beträufeln. Frisches Brot dazu ist ein Muss.

Guten Appetit!

Dienstag, 4. Juni 2013

Tagliatelle con le carote - reloaded

Pasta mit Karotten - das gab's schon mal. Nicht nur allgemein, sondern auch ganz konkret, hier auf genussmousse. Das hat uns damals geschmeckt, weshalb wir dieses Mal eine Neuauflage mit kleinen, aber doch einschneidenden Änderungen präsentieren. Karotten kann's nämlich gar nicht genug geben, im Moment: Die ersten heimischen sind reif. Kurz vor dem Verzehr aus der Erde gezogen schmecken sie köstlich: süß, knackig, saftig - yummie! Ein gewichtiger Grund, die Karotten geschmacklich weitgehend unverfälscht zur Geltung zu bringen, worum wir uns hier bemüht haben.

tagcarote

Rezept:
Zutaten:
Für die Karottensauce:
1 kg junge Karotten
1 walnussgroßes Stück Butter
Salz, Pfeffer

Die Anleitung zur Pastaherstellung gibt's hier.

Zubereitung:
Karotten in hauchdünne Scheibchen hobeln, Butter in einem Topf schmelzen und die Karotten darin so lange andünsten, bis sie sehr weich sind. Mit dem Stabmixer pürieren, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Tagliatelle (zu dem Rezept gehört unbedingt frische, selbstgemachte Pasta) drei bis vier Minuten kochen, Kochwasser abgießen (rund 200 ml davon aufbewahren). Pasta mit dem Karottenpüree und dem Kochwasser verrühren und mit frisch geriebenem Parmesan oder in Stückerl gezupfter Mozzarella di bufala servieren.

Guten Appetit!

Sonntag, 26. Mai 2013

Österreich kulinarisch: Tiroler Erdäpfelwirrler

An einem Blogevent teilgenommen haben wir ja quasi schon eeewig nicht mehr. Die Turbohausfrau vom Blog "Prostmahlzeit" hat aber dieses mal zum Kochblogevent "Österreich kulinarisch" auf Zorras kochtopf-blog geladen. Und da konnten wir nicht widerstehen, eines dieser uralten, urdeftigen, urschweren Rezepte aus der alten Nordtiroler (Bauern-)Küche beizusteuern. Auch, weil das Zeug so Hausmannskost ist, dass es sich auf keiner dieser "Regional-ist-so-schick"-Speisekarten wiederfindet. Auch, weil frau g.'s Tiroler Opa so heiß war auf das Zeug, dass die italienischstämmige Oma dessen Zubereitung lernen und praktizieren musste (obwohl's ihr nicht sonderlich schmeckte). Auch, weil Tiroler Küche vielfältiger ist als bloß Knödel, Krapfen, Kaiserschmarrn.
Erdäpfelwirrler, wie dieser Kartoffelschmarrn im Tiroler Unterland genannt wird (die Oberländer sagen angeblich Tarpl dazu), kann man süß oder pikant verspeisen. Entscheidet man sich für süß, gibt's Zucker, Apfelmus oder Kompott dazu. Wählt man pikant, passt Sauerkraut mit Speck. In jedem Fall wird aber Milch dazu getrunken.

erdaepfelwirler

Rezept:
Zutaten:
800g mehlige Kartoffeln
400g Weizen- oder Dinkelmehl
Salz
Butterschmalz

Zubereitung
Kartoffeln in der Schale kochen, schälen und auskühlen lassen. Dann durch eine Kartoffelpresse drücken (das braucht im kalten Zustand zwar ein bissl mehr Kraft als im warmen, gehört aber so, sonst wird die chose geschmacklich und von der Textur her nicht so, wie sie sein soll) und mit dem Mehl und dem Salz gut verrühren. Butterschmalz in einer großen Pfanne erhitzen, Kartoffelmehlmischung zugeben und zuerst auf der einen, dann auf der anderen Seite anbraten. Mit zwei Gabeln in Stücke reißen. Möglichst heiß servieren.

Guten Appetit!

Blog-Event LXXXVIII - Oesterreich kulinarisch (Einsendeschluss 15. Juni 2013)

Für alle, die Lust auf eine kleine Regenrunde in Tirol haben, hier ein paar Eindrücke. Zum Hungerholen sozusagen. Weil wer obenstehende Deftigkeit verdrücken möchte, muss sie sich zuerst mal verdienen. Und wie ginge dies besser, als draußen? Weit runtergeschneit hat's dieses Wochenende. Kalt ist's. Und dennoch so schön...
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