Samstag, 19. März 2011

Grün, grün, grün(e) Kalbsröllchen mit weißem Risotto

kalbsroellchengruen"Grün, grün, grün sind alle meine Kleider, grün, grün, grün, ist alles was ich hab. Darum lieb ich alles was so grün ist..." Dideldum, dideldei... Das Chlorophyll kehrt zurück. Gut so! Weil: Irgendwann hat sich das Auge am winterlichen schmutzweißgrau einfach sowas von satt gesehen. Weil: Irgendwann braucht mensch ganz dringend frisches Blattwerk auf dem Teller. Weil: Grün sowieso eine genussmousse-Lieblingsfarbe ist. Und zu guter Letzt - weil die heimischen Bauern in der Innsbrucker Markthalle nun den ersten Eigenbau-Spinat anbieten, wie wir beim Wochenendeinkauf entdeckt haben. Köööööstlich! Da musste natürlich gleich ein Rezept dafür her. Et voilà!

Rezept:
Zutaten:
Kalbsröllchen:
6 Kalbsschnitzerl, hauchdünn geschnitten
300g Spinat
1 Zehe Knoblauch
1 handvoll Pignoli
Salz, Pfeffer
Butter
Olivenöl
1 Schuss Weißwein

Risotto:
1 l selbstgemachte Hühnersuppe
300g Risottoreis
1 Zwiebel
100 ml Weißwein
60g Parmesan/Grana
Salz
Butter

Zubereitung:
Pignoli ohne Fett vorsichtig anrösten. Vom Feuer nehmen, auskühlen lassen, grob hacken. Spinat sauber waschen (knirschender Sand zwischen den Zähnen ist nicht ganz so sexy). Butter mit etwas Olivenöl erhitzen, Knoblauch fein hacken, kurz braten und dann den Spinat zugeben. Die Blätter zusammenfallen lassen, von der Hitze nehmen, auskühlen lassen. Die Schnitzerl auf der Innenseite pfeffern, mit Spinatblättern belegen, gehackte Pignoli darüberstreuen, salzen, zusammenrollen und mit Küchengarn binden. Beiseite legen. Jetzt ist der Risotto dran: Parmesan/Grana reiben. Suppe erhitzen. Zwiebel fein hacken und in etwas Butter glasig anschmoren. Reis zugeben, unter Rühren anbraten. Mit Weißwein ablöschen, rühren. Einen Schöpfer Suppe zugeben, rühren. Und dann nochmal. Und wieder. So lange, bis die Suppe "aufgebraucht" und der Reis außen cremig, schluzig und innen mit Biss ist. Geriebenen Käse unterrühren. Wer mag, gibt auch nochmal ein Flöckchen Butter dazu. Während der Risotto köchelt, die Kalbsröllchen in wenig Fett rundum kurz & resch anbraten. Mit ganz wenig Weißwein ablöschen, stark einreduzieren lassen, salzen & von der Hitze nehmen. Risotto auf Tellern anrichten, Kalbsröllchen schräg in der Mitte auseinander schneiden. Mit den restlichen Pignoli und frisch gemahlenem Pfeffer bestreuen. Mit der restlichen Sauce von den Kalbsröllchen beträufeln.

Guten Appetit!

Samstag, 12. März 2011

Käsesahne

kaesesahne1genussmousse denkt momentan eigentlich grade an all die Menschen, die in der Nähe von Fukushima leben. Und verfolgt die gruseligen News auf NHK. Und wünscht sich, dass alles nicht so schlimm wäre. Und hofft, dass der Reaktor doch nicht in die Luft gegangen sein möge... Kuchen hilft da eigentlich gar nicht. Zu dem Zweck wurde er auch nicht gebacken. Ja, und jetzt halten wir einfach den Mund.

Rezept:
Zutaten:
Teig:
3 Eier
80 g Zucker
50g Mehl
50g Maisstärke
1 TL Backpulver

Käsesahne-Creme:
500ml Sahne
500g Magertopfen (Magerquark)
250 ml Milch
4 Eigelb
Schale einer unbehandelten Zitrone
200g Zucker
8 Blatt weiße Gelatine

Pfirsiche aus der Dose für den Belag

Zubereitung:
Backofen auf 200°C vorheizen. Für den Teig die Eier mit dem Zucker schaumig rühren. Mehl, Stärke und Backpulver dazusieben & verrühren. In einer gefetteten Form (Durchmesser 26 cm) in rund 25 bis 30 Minuten goldgelb backen. Auskühlen lassen. Unterdessen Milch mit den Eigelben, dem Zucker und der Zitronenschale unter Rühren kurz aufkochen lassen, dann von der Hitze nehmen. Gelatine in kaltem Wasser einweichen, ausdrücken und unter die Milch rühren. Im Kühlschrank leicht fest werden lassen. Sahne sehr steif schlagen. Dann den Topfen (Quark) unter die Milch-Eier-Mischung rühren und die Sahne unterheben. Dosenpfirsiche gut abtropfen lassen und in Spalten schneiden. Auf den ausgekühlten Biskuitboden legen. Die Form rund um den Ring mit einem Streifen Backpapier auskleiden & die Topfenmasse einfüllen. Über Nacht kaltstellen.

Guten Appetit!

Sonntag, 27. Februar 2011

Deftig-rustikal, aber immerhin frühlingsgrün: Spinatspatzeln

spinatspatzlnJa, ja - es gibt uns noch. Wir kochen sogar. Aber Zeit, das dabei Fabrizierte für die blogosphäre festzuhalten, finden wir momentan so gut wie nie. Es ist einfach zu viel los, im Hause genussmousse. Heute haben wir dennoch mal ein paar Minuten abgezwackt: Auf unseren Tellern dampfte ein deftig-rustikaler Klassiker der Südtiroler Küche - Spinatspatzeln (die werden übrigens auch vom Junior sehr geschätzt - er mag sie fast gleich gern wie Spinatknödel, von denen er letztens einen ganzen restlos und ganz solo verdrückt hat). Spinatspatzeln mit Schinkenrahm also - so grün wie das herannahende Frühjahr (juhuu!!!). Schonend zubereitet, mit feinen Zutaten: Eier von glücklichen Hühnern, saftiger Schinken ohne Pökelsalze vom Bergbauernmetzger, usw. usf. Essen ohne schlechtes Gewissen.

Rezept:
Zutaten:
400g Mehl
200g passierter Spinat
250 ml kaltes Wasser
2 Eier
200g Beinschinken
etwas Butter
80 ml Sahne
80 ml Milch
Muskatnuss
Salz, Pfeffer
Parmesan/Grana, frisch gerieben zum Drüberstreuen

Zubereitung:
Aus Mehl, Spinat, Wasser & Eiern einen eher flüssigen Teig rühren. Mit dem Spätzlehobel in siedendes Salzwasser hobeln, ein paar Minuten sieden (die Spatzeln müssen an die Oberfläche steigen). Mit der Schaumkelle aus dem Wasser holen und in eine gebutterte Form geben - warmstellen. Dann Schinken in feine Streifen schneiden, in wenig Butter anschwitzen, mit Sahne & Milch aufgießen, kurz köcheln und mit Muskatnuss, Salz und Pfeffer abschmecken. Zu den Spatzeln geben, durchmischen und kurz ziehen lassen. Mit Parmesan/Grana bestreut servieren.

Guten Appetit!

Montag, 24. Januar 2011

genussmousse-Leibspeisen: Köstlicher Kürbis

friedbutternutIn der Einfachheit liegt die Kraft. Das zeigt sich auch und immer wieder in der Küche. Jedenfalls treffen scheinbar einfache, geradlinige Gerichte, bei denen es vor allem auf die Qualität der eingesetzten Produkte ankommt, sehr oft unseren Geschmack. Und schwingen sich empor in den lukullischen Himmel unserer genussmousse-Leibspeisen. Dorthin, wo Gaumenkitzel, wohliges Versinken im Geschmackserlebnis und Genuss regieren. Es versteht sich von selbst, dass in dieser Kategorie nicht nur ein Rezept Platz hat. Dass sie nicht abgeschlossen ist, sondern stets erweitert werden muss und wird. Dass sie von kulinarischer Neugier und unersättlicher Suche nach dem nächsten Zungenkick getragen wird. Das heute vorgestellte Rezept haben wir einem kleinen italienischen Gemüseladen zu verdanken. Zumindest seine Grundzutat, den Butternusskürbis. Ein gut lagerbarer Winterkürbis, der - ganz anders als im anglophonen Raum - hierzulande kaum in den Ladenregalen zu finden ist. Warum, entzieht sich unserem Verständnis. Butternuss-Kürbis ist nämlich köstlich, köstlich, köstlich! Deshalb braten wir ihn in feinem Olivenöl, lediglich mit einem Hauch Knoblauch und veredeln dann mit Rosmarin vom selbstgehätschelten Strauch, grob geriebenem Pfeffer und Fleur de Sel.

Rezept:
Zutaten:
1 Butternusskürbis, ca. 20 cm groß
3 EL Olivenöl
1 kleine Zehe Knoblauch
schwarzer Pfeffer
Fleuer de Sel
ein paar Zweiglein Rosmarin

Zubereitung:
Butternusskürbis schälen, Kerne entfernen und in zwei bis drei Millimeter dicke Scheibchen schneiden. Olivenöl erhitzen, Knoblauch in drei Teile schneiden, anbraten und dann auch den Kürbis zugeben. Bei relativ großer Hitze braten, bis die Kürbisstücke innen weich und außen leicht braun & knusprig sind. Knoblauch herausfischen. Rosmarin waschen, die Nadeln von den Zweigen streifen und fein hacken. Den Kürbis auf Teller geben, mit Rosmarin, frisch geriebenem Pfeffer und Fleur de Sel bestreuen. Wer mag, träufelt noch etwas vom Bratolivenöl drüber (das hat ganz intensiv den süßlich-nussigen Geschmack des Kürbis angenommen).

Guten Appetit!

Montag, 3. Januar 2011

Einführung in die Welt der lukullischen Genüsse. Teil eins: Spaghetti

spaghetti2Der Junior übt. Essen nämlich. Derzeit ist er drauf und dran, die unterschiedlichen Geschmäcker zu entdecken, die die Welt zu bieten hat. Er probiert sich durch, sozusagen. Essen, ohne dem Junior genussmousse etwas abzugeben, geht gar nicht (mehr). Gott behüte, da kann der junge Herr ganz schön sauer werden. Und das ist gut so. Kulinarische Neugier will nämlich ebenso unterstützt wie gefördert werden, finden wir (wie übrigens jede andere Form von Wissbegier & Interesse auch, aber das ist eine andere Geschichte). Das ist freilich gar nicht so leicht, wie sich das fürs Erste anhören mag. Über gute Tipps dafür wären wir froh, geschätzte LeserInnenschaft!

Montag, 27. Dezember 2010

Des Österreichers Lieblingsfutter & bergwärts durch's Winterwunderland

schnitzelJup, LeserInnenschaft. Nun ist's so weit: Endlich hat sich auch die genussmousse-crew durchgerungen, dem Wiener Schnitzel einen Blogeintrag zu widmen. Es ist - gemäß alljährlich veröffentlichten Umfragen - immerhin bereits seit Jahren Herrn & Frau Österreichers Leibspeise. Landauf landab ist es von keiner Speisekarte wegzudenken. Und auch wir braten uns ab und zu mal ganz gerne so eine knusprige, goldbraune Kalorienbombe. Wenn's küchentechnisch eher schnell gehen muss und wir trotzdem ordentlich hungrig sind. Eine weitere Qualität spricht immer wieder mal für die Zubereitung eines feinen Wiener Schnitzels: Es wird im hause genussmousse in echter Küchenzusammenarbeit hergestellt. Herr genussmousse ist für die Panier zuständig, Frau genussmousse für's fachgerechte Braten. Und am Tisch - während des genussvollen Verzehrs - wird dann gefachsimpelt: Über Panierzustand, Brathitze, Fleischqualität, et cetera, et cetera.

winterwunderlandDiesmal hat's geschneit zu Weihnachten. Zwar erst recht spät am Heilig Abend. Aber wer wird angesichts dieser herrlichen Schneedecke denn noch meckern wollen? Wir bestimmt nicht. Genießen wir doch derzeit das Winterwunderland ringsum auf langen, langen Spaziergängen. Den Junior huckepack, stapfen wir durch die Nordkettenwälder & -lichtungen und über teils noch kaum gespurte Steige und freuen uns über glitzernde Eiskristalle, watteweiße Schneehäubchen und den blitzblauen Winterhimmel. Weil es bei uns hier in diesem Jahr freilich noch nicht wirklich viel geschneit hat (ganz im Gegensatz zum schneegeplagten Resteuropa) ist übrigens auch die Lawinengefahr gering. Da sich das ganz schnell ändern kann, empfiehlt sich ein Blick auf die Seiten des Lawinenwarndienstes, gerade bevor es eine Direttissima in oder entlang einem der Gräben auf der Nordkette hinaufgeht. Und übrigens - weil wir's an dieser Stelle so lange schon nicht mehr gesagt haben muss das jetzt wieder mal untergebracht werden - die Nordkette ist einfach grandios!

Rezept:
Zutaten:
2 Kalbsschnitzerl
1 Ei
Brotbrösel
Mehl
Salz, Pfeffer
Butterschmalz

Zubereitung:
Kalbsschnitzerl bereits eine Stunde vor dem Braten aus dem Kühlschrank nehmen, sodass sie sich langsam auf Zimmertemperatur erwärmen. Dann die Schnitzerl zwischen beölte Küchenfolie geben und VORSICHTIG (!) klopfen. Mit Pfeffer bestreuen, in Mehl wenden, in verquirletes Ei (wir geben da auch etwas Salz hinein) tauchen und dann in Brotbröseln wenden. In einer beschichteten Pfanne (Wiener Schnitzel müssen pfannengebraten und nicht frittiert werden) ausreichend Butterschmalz (die Schnitzerl sollten im Fett schwimmen, aber nicht darin ertrinken) erhitzen und das Fleisch beidseitig goldgeld braten. Mit Küchenrolle überschüssiges Fett abtupfen und dann sofort mit jeweils einer Zitronenscheibe, Preiselbeermarmelade und Salat servieren.

Guten Appetit!

Freitag, 24. Dezember 2010

Weihnachten - jetzt auch im Hause genussmousse

weihnachten1Irgendwann kriegen sie einen. Die Weihnachtsfeierer. Plötzlich gehört mensch dazu. Und macht mit. Heuer sogar mit Christbaum - ein Novum im Hause genussmousse - dem Junior sei's gedankt. Und Dank gebührt dabei auch gleich der Großmutter, von der sich am Dachboden ein verstaubter, fein säuberlich verschnürter Karton mit uraltem Baumschmuck fand. Kugel für Kugel liebevoll in Papier gewickelt. Das Lametta schon etwas verwirrt vom alljährlichen Gebrauch und dennoch sorgsam durch eine Drahtschlaufe gefädelt, damit es auch künftig noch zum Aufputzen taugt. Dazu noch ein Klingelspiel: Messingengel, angetrieben von heißer Kerzenluft. Bei deren sanftem Klingelklang wird plötzlich die eigene Kindheit wach. Die Begeisterung, der Duft, die Aufregung - einfach Weihnachten. Genau deshalb machen wir da wieder mit. Auch der Nachwuchs soll sich irgendwann mal erinnern können.
Und Ihnen, geschätzte LeserInnenschaft, wünschen wir ein frohes Fest, liebevolle Begegnungen, Köstliches auf den Tellern und das eine oder andere feine Glaserl natürlich auch...

Sonntag, 19. Dezember 2010

Da lacht das Veggie-Herz: Asiastrudel, rein gemüsig

asiastrudelKennen Sie diese Tage, LeserInnenschaft? Diese Tage, an denen Sie schon morgens, noch bevor Sie den ersten Fuß aus dem Bett schwingen, wissen: "Heute bin ich sprechfaul!". Ja? Na, dann wissen Sie ja, wie's unsereinem heut ergangen ist. Gut ist's in so einem Fall, wenn mensch über eine Umgebung verfügt, die derartige Stimmungen zu respektieren weiß. Im Grunde klappt das bei uns ganz gut. Na ja, der Nachwuchs arbeitet noch dran... Kurz und gut: Heute gibt's nicht viel zu sagen. Probieren Sie das Rezept einfach selbst.

Rezept:
Zutaten:
1 Blätterteig aus dem Kühlregal für Faule
1 Ei
4 cm frische Ingwerwurzel
1 rote Chilischote
1 grüne Chilischote
1 große Karotte
1 mittelgroße gelbe Zwiebel
1/4 von einem kleinen Weißkraut
3 mittelgroße, gekochte Kartofferl
2 EL Sojasauce
1 TL Gelbwurzpulver
1 TL Madras-Currypulver
1 TL Koriandersamen
Rapsöl

Zubereitung:
Zwiebel fein hacken, in etwas Rapsöl anschwitzen & ordentlich Farbe nehmen lassen. Ingwer, Weißkraut & Karotte in feine Streifen scheiden & dazugeben. Unter Rühren braten. Koriandersamen & Gewürzpulver sowie die in feine Ringe geschnittenen, entkernten Chilischoten zugeben, anschließend mit Sojasauce ablöschen. Kartofferl kleinschneiden, unterheben. Die Gemüsemischung auskühlen lassen. Dann auf den Blätterteig verteilen. Der wird zu einem Strudel zusammengerollt, mit verquirletem Ei bestrichen und bei 180°C rund 2o bis 25 Minuten gebacken.

Guten Appetit!

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