Herrenfrühstück (auch bei Damen beliebt): Wiener Saftgulasch

saftgulasch Gulaschkochen gilt vielen hierzulande als Religion. Der wir übrigens auch ganz gerne huldigen. Am liebsten zu Neujahr. Denn dann laden wir üblicherweise unsere Freunde zum Brunch ein, der sich den ganzen Tag über vom Neujahrskonzert an bis in die Abendstunden zieht. Und dabei gibt es einen Riesentopf Wiener Saftgulasch. Sozusagen zum Wiedereinrenken des Magens. Herrenfrühstück halt. Dessen Zubereitung sich erst in großen Mengen lohnt. Denn: Gulasch muss quasi eeewig köcheln, am besten ganz oft wiederaufgewärmt werden und schmeckt nur, wenn ordentliche Mengen Fleisch und Zwiebeln dabei eine Alliance eingehen können. Und noch ganz wichtig, LeserInnenschaft: Kommen Sie bloß nicht auf die Idee, Ihr Gulasch mit Schnitzelfleisch oder anderem mageren Modefleischzeugs zu kochen. Nein, in ein richtiges Gulasch gehört Wadschinken. Am besten hinterer Wadschinken. Nur der verträgt das notwendige lange Dünsten, Abkühlen und Wiederaufwärmen. Da gelieren nämlich die Sehnen und das Fleisch wird herrlich mürbe.

Rezept:
Zutaten:
1 kg Wadschinken
2 kg Zwiebeln
Schweineschmalz
4 EL Paprika edelsüß
2 EL Paprika scharf
3 TL Kümmel gemahlen
2 TL Majoran
2 Zehen Knoblauch
1/16 l Wasser
1 Spritzer Apfelessig
Salz

Zubereitung:
Zwiebeln in Ringe oder Halbringe schneiden und in Schweineschmalz braun anrösten (bei dieser für die Bindung des Saftgulasch notwendigen Zwiebelmenge macht man das am besten in mehreren Portionen). Dann in Würfel geschnittenes Fleisch zugeben mit den Paprikapulvern stauben und kurz unter Rühren braten (nicht zu lang, da das Paprikapulver sonst bitter wird). Den Essig im Wasser auflösen und dazugießen. Rühren und in diesem Saft schmoren lassen. Knoblauch kleinschnippeln, mit Kümmel und Majoran sowie Salz vermischen und zum Fleisch geben. Deckel drauf und bei kleiner Flamme unter gelegentlichem Rühren zwei bis drei Stunden dünsten. Dabei reduziert der Saft ein, daher - wenn notwendig - immer wieder mal ein bisschen Wasser nachgießen (Achtung: niemals so viel, dass das Fleisch davon bedeckt wäre). Wir nehmen das Gulasch dann von der Hitze und lassen es über Nacht stehen. Am nächsten Morgen wird es neuerlich geköchelt. Durchaus nochmals bis zu zwei Stunden, manchmal auch mehr. Anschließend abschmecken und mit frischen Semmerl servieren. Bier passt gut dazu, auch am Morgen "danach" - das weckt die Lebensgeister! ;-)

Alles Gute für 2010 und guten Appetit!
tobias kocht! (Gast) - 4. Jan, 14:39

In der Tat ein Klassiker, auch bei mir beliebt.

reibeisen - 17. Jan, 11:46

gell? ohne geht einfach nicht. alles liebe nach griechenland!
Dandu (Gast) - 4. Jan, 22:35

Die Hostie der österreichischen Küche ;)
Schönes Rezept. Ich mache zuerst den Ansatz und dann gebe ich das unangebratene Rindfleisch hinein und in der Regel komme ich nicht über 2 Stunden Kochdauer.
Aber schöne Farbe, da leg ich auch sehr wert drauf. Recht dunkel bitteschön. ;)

Und ausserdem noch ein gutes Neues Jahr!

reibeisen - 17. Jan, 11:47

je dunkler, je lieber. auch Dir (verspätet) noch alles gute für 2010.
Claus (Gast) - 5. Jan, 11:51

geht immer, könnt ich grad gebrauchen...

reibeisen - 17. Jan, 11:47

ja, wir auch schon wieder...
Ellja (Gast) - 11. Jan, 14:12

Genauso muss es sein! Oh, und die wunderschöne Farbe. Ich könnt Gulasch immer essen..frühmorgens, mittags abends und mitten in der Nacht auch noch.... aber wie du schon sagst: nur mit wirklich gutem Fleisch, ich nehm auch immer das Wadl.

reibeisen - 17. Jan, 11:47

auf's richtige stück fleisch kommt es einfach an.

Dieses gelierige Zeug dürfen gerne andere essen ;D

reibeisen - 17. Jan, 11:48

geh, wirklich? zum gulasch gehört das doch wie das amen zum gebet.

Dann nur gut, dass die Gläubigkeitsrate absteigender Natur ist ;-)
fressack (Gast) - 22. Jan, 12:23

Ich vermisse da eigentlich nur noch den Abrieb von einer Zitrone und ein bisserl an Roten.

reibeisen - 30. Jan, 20:45

ja, kann man auch reinmachen. ist dann zwar nicht mehr so ganz klassisch "à la sacher", aber auch sehr lecker!

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